Mittwoch, 9. August 2017

Frauen und Zimmer - Women&Room

Detail aus meiner Arbeit "Hier et Demain" (2013), das Herzstück meiner neuen Installation

Detail aus "Floralia 5 - Nestbau" (2017)

Weiter geht's mit den Ausstellungen.

Ich habe den halben Sommer mit der Arbeit an der Installation 
"Encore Hier et Demain" (Immer noch gestern und morgen, 2017)
verbracht. 

Ausgestellt wird sie im Rahmen der Ausstellung 
ab September in Siegburg zu sehen sein.

Es ist eine Kombination von alten und neuen Werken, die - unter einem neuen Aspekt - meine Sichtweise zum Thema "Frauenzimmer" erörtert.
Ein ganz spezielles Ereignis hat mich zu der Installation inspiriert: einer der malenden Kollegen hat einmal den Begriff des "Hausfrauenformats" verwendet. Eigentlich ist das ein veralteter Begriff, wer redet heute noch von "Hausfrauen". Aber der Sturm an Reaktionen hat mich dann doch beschäftigt. 
Ich habe dann zufällig noch ein Buch über "Neue Häuslichkeit" (sehr "hübsch" gemacht) in die Hände bekommen. Das scheint etwas zu sein, was schon länger in der Luft schwebt: textil gedacht, (auch in der Illustration, in Stoffmustern, usw.) überall hübsche Blümchen auf aquarelliertem Hintergrund, schön mit einem Bildbearbeitungsprogramm in Szene gesetzt. Backrezepte, Design- und Wohntipps und auch alles noch kombiniert mit dem Willen, absolut im Flow zu bleiben...(schon mal ins Zeitschriftenregal geschaut??)

Also gut. Eine Installation, die ein Format vordergründig zum Thema macht. Und dann ist es wie so oft, bei näherem Hinsehen und gründlicherer Recherche gibt es unerwartete Wege im künstlerischen Schaffen... 
So habe ich die Wandbilder dieses Mal kombiniert mit Objekten, die den Raum in Tiefen und gebunden, geschnürt, geknotet, geöffnet, zeigen.
Raum genug, um selbst zu schauen, wo man bleibt...

A new show and my new installation. I worked some new objects that emphasize the theme around women and rooms. As I was interested in the subject of "working big, medium or small" and its consequences for the perception of art, I landed by making floral objects and put it together with my textile wallhangings. 
the show starts in september and more information can be found here: Frauenzimmer

Montag, 10. Juli 2017

Abschluss

Die fertige Platte: "An Ort und Stille: Hortus" (2017) Malerei, digitale Fotografie, Siebdruck, Collage, Maschinenstickerei



Detail 1: Malerei, Maschinenstickerei, Zeichnung, Grafitti

Detail2: Malerei, Zeichnung, Drucktechniken

Detail3: Malerei, Siebdruck, Collage, Maschinenstickerei





Fertig!

Die Vernissage findet am 2.9.2017 um 14h in der Alten Salzstrasse in LE statt. Alle Platten werden wieder in der Freiluftgalerie für ein Jahr zu sehen sein. Alle anderen Platten aus den letzten Jahren werden auf dem Friedhofsgelände ausgestellt.

Freitag, 7. Juli 2017

Work in progress

Detail der Platte, weitere Schichtungen mit Maschinenstickerei
Hier ein paar Bilder des Fortschritts an der Platte. 
Noch drei Tage.
Es ist nicht leicht, in einem engen Zeitrahmen in dieser Größe zu arbeiten. Glücklicherweise habe ich im letzten Jahr schon Erfahrungen sammeln können, sodass ich dieses Jahr auf bestimmte technische Fragen nicht mehr eingehen musste. Die Stickerei ist dieses Mal etwas weniger aufwändig gestaltet. Dafür habe ich beim Auftrag eher "Deconstruction" im Fokus der textilen Elemente gehabt.
Durch die Zartheit des Papiers war nicht nur der Druck sondern auch der Auftrag auf die Platte dem Zufall ausgesetzt. Diese flüchtigen Elemente scheinen wie geschaffen für mein Thema.

The work in progress. Three days left. Not easy to work 3 meters in that narrow time frame but as I collected technical experiences last year, I can concentrate more on the content. The stitching is less monumental this year, more fragments and deconstructed elements. That fits better to my theme.

Detail mit Maschinenstickerei und gemalten Elementen
Das Licht und der Schatten zaubern ganz eigene Elemente auf das entstehende Werk

Montag, 3. Juli 2017

Friedhofsprojekt Leipzig Plagwitz

Die leeren Platten sind verteilt, das Projekt beginnt: 10 Tage auf dem Leipziger Friedhof Plagwitz

Ein weiteres Gedok Projekt auf dem Friedhof Plagwitz. Ich hatte im letzten Jahr schon mit meiner Arbeit "Palimpsest" (2016) teilgenommen. Dieses Jahr ist der Titel des Projektes "Kreuzwege" - kein leichtes Thema angesichts einer jahrtausende alten Vorgeschichte und vielen historischen Vorlagen.

Rosensymbolik auf einem Grabstein auf dem Plagwitzer Friedhof

Den Hintergrund für meine Arbeit an der Platte sind die Recherchen um die Traditionen der "Stabat mater dolorosa", die sich in der Malerei als auch in der Musik (zB. Pergolesi) finden. Gepaart mit den Bildern vom "Paradiesgärtlein" (oberrh. Meister), "Maria im Rosenhag",(Martin Schongauer 1473, Lochner, u.a) . Die Rosen, die Gärten, Natur, Quelle für Frieden, Trost,Stille.Ob Grenzen von "Gärten" offen oder geschlossen sein sollen, das ist ja im Moment eine sehr aktuelle Frage...das mit der patriachalen Symbolik um die Jungfrauen lassen wir lieber. ... mich interessiert eher die Kraft und die Stärke, die Frauen entwickeln.







Farbe fliesst wohin sie will

 Wie immer gehört zu meiner Arbeit der Bezug auf den Prozess, der dem Zufall Raum gibt. Symbolik für das, was uns im Leben geschieht, und wir nicht kontrollieren können oder wollen.Ich verwende dabei Techniken, die sich zum Teil der menschlichen Kontrolle entziehen wie beispielsweise der Monoprint, Risse im Papier und fliessende Farbe. Der textile Faktor dabei ist in diesem Fall das, was man mit den Textiltechniken tun kann: verbinden, vernähen, durchstechen, vernetzen, verweben, verknoten... (Ich werde sicher nicht alles verwenden).

Drucke, die ich im Atelier für die Arbeit an der Nähmaschine vorbereitet habe

Meine Arbeiten sind stilistisch auch Kreuzungen. Es kreuzen sich Textilkunst, Malerei, Drucktechniken in Schichten.Meine Bilder sind nie schnell lesbar, sie fordern dem Betrachter die Mühe ab, sich visuell zurechtzufinden. Die komplexe Flut der Informationen überwältigt, ein zeitgeössischer Aspekt und ein dialogischer Akt. 

An Ort und Stille heißt meine Serie, an der ich seit Jahren immer mal wieder arbeite. 
Ruhe kann man finden in der Betrachtung von Details. Das Flüchtige neben der Konzentration auf einzelne Stellen. Kontemplation im besten Fall. Ansonsten mal wieder komplex.Vielleicht mache ich ja eines Tages auch mal eine Arbeit zur Leere. Mal sehen. Im Moment jedenfalls beschäftigt mich mehr die Stille angesichts von Vielfalt.

Detail

Sofern ich also Zeit finde in den nächsten Tagen, werde ich Fotos von der Entwicklung der Platte hier einstellen. 


Donnerstag, 22. Juni 2017

Schnell - neue Ausstellung: Fadenlauf - Rennsport trifft Textil in Hohenstein Ernstthal

Mein Werk "Schlechter Tag" (Detail): Ein Märchenstoff kombiniert mit Funktionstextilien und einem Geschwindigkeitstest

Zurück aus dem Urlaub 
Kurz zuvor war ich noch als Jurorin mit bei der Auswahl und Ausstellungsbesprechung im Textilmuseum. 
Da Hohenstein-Ernstthal ein Museum hat, in dem beide regionale Identitäten gezeigt werden, haben wir (der Quiltkunstverein eV.) und die Museumsleiterin M. Palm an einer Idee gearbeitet. Es ging darum, diese beiden, so weit entfernten Realitäten zusammenzubringen.

Nun werden ab Ende Juni diese Ausstellungen im Rahmen des Museumsjubiläums präsentiert.

Da ich auch nach einem Werk gefragt wurde, habe ich den Rennsport mal wörtlich genommen: ich machte mit mir selbst einen Wettlauf an der Nähmaschine und gab Gas. Ziel war nicht die Ästhetik oder die Techniken, Ziel war, eine Komposition möglichst unter dem Aspekt der Geschwindigkeit zu arbeiten. Gar nicht einfach...letztendlich ist der künstlerische Prozess doch eher ein Vor und Zurück, eine Ideensammlung und das textile Arbeiten eher eine analoge, langsame Angelegenheit.

Ich verwendete die ehemaligen Jaquard Motive aus der Weberei vor Ort, und die Funktionsstoffe der Autobranche, kombiniert mit Materialien aus dem Rettungswesen.Entwurf, Skizzen, Stoffe kombinieren, bearbeiten, eine Komposition erschaffen, bemalen, besticken, fertig....
In Rekordzeit den Parcours gestickt und eine Komposition geschaffen, das auch noch mit nicht gerade vorteilhaften Farbkombinationen.

Das Ergebnis kann man nun zusammen mit den textilen Werken des Quiltkunstvereins im Museum bewundern.


Schottland


Ab und zu braucht man auch Urlaub

dennoch: Künstlerin bin ich immer, egal wann, egal wo.
Fast in jedem Museum waren zeitgenössische textile Werke zu finden

das freut das Herz 

Wieso eigentlich immer noch nicht bei uns?

I had wonderful holidays at Scotland. 
As artist I am excited about contemporary textile works in nearly every museum we visited. Missing that in our country!!

Brückenprojekt Installation

Die einzelnen Blüten für das Brückenprojekt, noch in Vorbereitung

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich gebloggt habe. Masterclass Ausstellung, Rundgang, Brückenprojekt, Urlaub, Jury im Textilmuseum, ein Werk fertig machen, ein Masterclass Wochenende...
kein Wunder also, dass ich ein bisschen hinterher bin mit meinen Berichten.
Wenn es so etwas wie eine textile Hochsaison gibt, dann Mai-Juni.

Hier kommen ein paar Fotos von der Brücken-Installation, ein GEDOK Projekt,. 9 Brücken wurden von Künstlerinnen gestaltet und waren vom Wasserweg aus sichtbar, hier gibts davon mehr. 
Diese hier habe ich zusammen mit Dagmar Zehnel an der Könneritzbrücke Leipzig gestaltet. Thema war "Werden Wachsen und Vergehen" und natürlich lag es da nahe, der Natur entgegenzukommen. Das verwendete Material bot die Möglichkeit, auch ein wenig dem Zufall Raum zu lassen, Schmelzprozesse können nur zum Teil geplant vorgenommen werden. Die floralen Elemente habe ich zunächst zugeschnitten und dann in Form gebracht, ohne mich zu sehr an realistische Formgestaltung zu halten. Das Schmelzen der Form (Ein Prozess des Vergehens) brachte zum Teil sehr interessante Modelle zum Vorschein. 

Werden-Wachsen und Vergehen, Blütenähnliche Gebilde in allen drei Zustandsformen
Die Herausforderung kam mit der Installation selbst: der Zeitrahmen war knapp und das Wetter windig, die Brücke hoch, unser Konzept sah vor, beide Seiten zu spiegeln, mit eigenen Ausdrucksformen. Brunhild Fischer und Olaf Klimpel gestalteten die Musik an der Brücke. Traumwetter und Touristenbusse, jede Menge Boote und Kommentare... der Aufbau nicht nur Vorbereitung sondern auch schon Performance.



Dagmars Seite, noch im Entstehen. Sie hat fischähnliche Objekte gewählt.
Hier überlege ich, ob es Farbe braucht oder nicht. (Foto: J. Kastein, vom Wasser aus)

Mittwoch, 17. Mai 2017

Co Opera - neues Fortbildungsprojekt - a new project

OUEST OU EST 2 - Gemeinsame Ausstellung in Karlsruhe 2016 mit A. Andersch

Neues Masterclass Projekt

CO OPERA

2018 ist das Jubiläumsjahr der Masterclass Fortbildung.
10 Jahre zuvor habe ich sie ins Leben gerufen. 
 In diesem Masterclass- Jubiläumsjahr wird es eine ganz besondere Masterclass geben. 

Nicht immer ist es einfach, gemeinsam zu arbeiten, besonders, wenn man zu zweit oder in einer Gruppe eine gemeinsame Ausstellung plant. CoOpera greift dieses Thema auf. 
Zu zweit, manchmal auch in größeren Gruppen, entwickeln die Teilnehmer im Austausch Ideen für gemeinsame Inhalte und Projekte. 
Nicht ganz einfach, das Erhalten der persönlichen textilen Individualität und gleichzeitig das Arbeiten an einer inhaltlichen Entwicklung der Projektidee: das wird künstlerisch und kommunikativ eine Herausforderung. Schliesslich möchte man ja die eigene Handschrift individuell weiter entwickeln und dennoch im Austausch arbeiten. 

Andererseits ist ein künstlerischer Dialog ja auch sehr spannend und kann auf andere Weise weiter bringen.  Wir haben ja gerade in der Kunst immer häufiger den Zwang zur Originalität. Wo bleibt da der Austausch?  Das Experiment?

Von der Kopie bis hin zum Kontrast: wir probieren alles aus!

Gedacht ist die Masterclass für Ehemalige und erfahrene Künstler/innen. Wie in jeder Masterclass wird es eine Projektausstellung geben, in der die CoOpera Teilnehmer/innen eine Serie zu ihrer gemeinsamen Projektidee präsentieren. Man kann sich alleine oder zu zweit bewerben.

Ausschreibung, Termine und alles Weitere kann bei mir per email angefordert werden.

Ich bin gespannt! 

My masterclass project will be 10years old in 2018!
For that, I made a new concept for the students. 
CoOpera
It's about working together and to hold the individual voice.
A dialogue with experiments from copy to contrasts: we will try all!
Again, like every year, we make a public presentation of that projects.

  

Mittwoch, 10. Mai 2017

Wandlungen - Perspectives

Floralia (2016) Maulbeerrinde, geschichtet, genäht

Temporär (Installation 2017) Spitze, Nadeln, Klebeband

Blick nach vorn.

Gerade habe ich erfahren, dass meine Arbeit "Weiter Gehen" für die Ausstellung "Wandlungen" (Quiltkunstverein) angenommen wurde. 
Es geht um einen Rückblick und einen Blick nach vorn, die Anfänge des Artquilts in Deutschland und was vielleicht einmal daraus werden wird.

Perspektiven, Wandlungen, Visionen sind Ahnungen. 
Allmähliche Veränderungen, mehr Überlappung als klare Konturen. 
Wagt man den Blick 
Über Über Lappung
Hinaus
 
braucht es Risiko und auf den Kopf gestellte Ideen. 
 

Zu sehen (demnächst) im Textilmuseum Max Berk in Heidelberg und vielleicht auf Wanderschaft.


I am back from my students show at Karlsruhe and found the acceptance letter for a new show at the Heidelberg Museum Max Berk together with the Quiltkunstverein. The show will bring together the beginnings of art quilts in Germany and the perspectives, ideas of what art quilts will be in future. 

Although changings were often smooth transformation -
for perspectives
we need to take risks and to find ideas behind or before layers of time

we will see 
 

 


Nadelwelt Karlsruhe - Masterclass Ausstellung 2017

Dieses Jahr war ich mal wieder auf der Nadelwelt, zwei Masterclass Ausstellungen habe ich mitgenommen: die MC Maschinensticken und die MC Artquilt und Textilkunst der letzten beiden Jahre.

Hier ein paar Impressionen dieser fantastischen Ausstellung:

Aufbau

Blick von oben

Masterclass Projektarbeit von Elvira Abt: "Handlungen"; Filz, Stickerei, Videoinstallation

Masterclass Projekte: (von rechts nach links:)Regina Barthel, Grit Hoff, Susanne Sturm

MC Projektarbeiten: Sabine Eckstein, Susanne Sturm, Inge Linsenmayer (Bodeninstallation)

MC Projekte: (von links) Margarita Möbus, Sabine Frank, Renate Wilde, M. Möbus

Viel Besucher auf der Nadelwelt, hier zu sehen Werke von: Kerstin Heger, Margarita Möbus, Aiga Praulinha

MC Projektarbeit: "Goldene Hochzeit" von G. Schneider, Maschinenstickerei, Metalle

Die Ausstellungen sind gut angekommen. Viele Besucher/innen kamen mit den Teilnehmerinnen meiner Masterclasses ins Gespräch über ihre Arbeiten. Ein aufregendes Wochenende! 





Montag, 1. Mai 2017

Spinnerei Rundgang 2017 - Open doors at the Spinnerei 2017

Kurz vor der Öffnung meines Ateliers zum Rundgang 2017


10 Jahre bin ich also nun schon in diesem Atelier. 

Es war zwar kein gedachter Festakt gewesen, (der kommt noch), aber am Wochenende öffnete ich seit einigen Jahren das erste Mal wieder zu einem Rundgang. Viele Besucher/innen sahen die Werke zum ersten Mal. Viele erwarten in der Spinnerei Malerei, Skulptur oder andere Formen zeitgenössischer Kunst und sind dann überrascht, wenn sie meine Werke sehen. Einige interessiert das, andere nicht. Immer noch (!) gibt es viele Gespräche zur Rolle der Textilkunst in Deutschland. Ich finde, die Aufgeschlossenheit gegenüber textilen Werken ist etwas gestiegen in den letzten Jahren. Das freut mein Künstlerinnenherz natürlich. 

Ausgestellt habe ich neuere Arbeiten aus den letzten Jahren, keine Retrospektive. Viele Werke der "An Ort und Stille"-Serie, aber auch die Künstlerbuchserie "Den Wald vor lauter Baum" und die kleinen Plagwitz Bilder.

Wie immer nach dem Rundgang würde ich mich nun gerne im Atelier einschliessen und arbeiten. Selbst "hier et demain" (im Hintergrund oben, die große Arbeit in der Mitte) erscheint an meiner Wand gar nicht so groß. Es entsteht der Wunsch, noch mehr in dieser Größe zu arbeiten und dann auch wieder nicht. Ich war sehr erstaunt, wie die kleinen Arbeiten viel Aufmerksamkeit am Wochenende bekamen. Vielleicht, weil man da die Details etwas sortierter betrachten kann und nicht so viel Zeit braucht?

Also schon wieder, immer noch, das Thema Zeit und Wahrnehmung. Angesichts der Menge der Ausstellungen auf dem Spinnereigelände während des Rundgangs kein Wunder.Es interessierte mich und ich hatte gute Gelegenheit, die Besucher zu betrachten, wer schaut, wie, wie viel Zeit nimmt man sich für welche Art des Sehens?

Das inspiriert, regt mich an, noch mehr Arbeiten zu machen, für die man "Betrachtungszeit" braucht (wie ein dicker Roman), es ist so ein Abbild für das Jetzt. Immer wieder diese Masse an Informationen, die wir bewältigen müssen und anscheinend mittlerweile auch können. Das Interessante war, dass es einige Menschen gab, die mein Atelier betraten und sagten, hier wäre es "ruhig" oder so ähnlich. Vielleicht die Farbgebung, die in den letzten Jahren bei mir ja eher dezenter wurde, es ist ja auch lauter geworden, draußen...

Die Größe von Hier et Demain in einem Stück. Oft (zugegebenermaßen auch damit es leichter für mich ist), arbeite ich große Arbeiten in Mehrteilern. Mir war schon lange nicht mehr so deutlich, wie sehr Betrachtung und Wahrnehmung ein Thema in der Kunst geworden ist. Klar, dass das Sehen sich verändert hat und wir mit höherer Geschwindigkeit Informationen wahrnehmen, aber auch schnell wieder abtun. ... 

Also doch wieder Einteiler? Groß? Für mein langsames Schauen? Für eine höhere Komplexität? Für den Farbauftrag ist es kein Problem. Aber dann...es ist für eine normale Nähmaschine das absolute Limit, um noch zeichnerisch arbeiten zu können. Allein schon das Gewicht der Stoffe bedeutet auch eine Verlangsamung des Zeichnes. Klar, es gibt die tollen großen Maschinen, in die die Stoffe eingespannt werden können. Aber es ist ein völlig anderer Prozess, das wäre ja schon wieder Beschleunigung. Und außerdem kann man sich als ernsthaft freischaffende Künstlerin nicht die Riesenmaschinen leisten (oder will man vielleicht auch nicht), jede hat so ihre Lieblingswerkzeuge. Meine sind die Druck- und Malwerkzeuge nebst meiner bescheidenen aber leistungsfähigen Maschine, die mir auch schon länger als 10 Jahre die Treue hält.  

10 years in my studio at the Baumwollspinnerei Leipzig.

After a long period of closed doors I opened for the Rundgang this year, 10 years is a good moment to show visitors some of my works. I decided to show newer works instead of a retrospective.  Two days in my studio gave me the opportunity to watch what happened around. One of the most interesting points for me was the way people watched artworks. So different!  Time and perception. A great theme!

I recognized that a lot of people love watching small artworks, others were interested in an overview, and some stayed longer in front of my complex works to find out more.
I think it has to do with our way to sort information. We all have too much of it, we need to find ways to sort the garbage and the good things...

A great inspiring weekend. I would love to work now for some days in my studio to make more of the big, complex works. Sometimes I divide the bigger works into series or more than one piece to get a better handling. But however with my beloved small sewing maching the drawing on the fabric has limits. I don't want to work with one of these huge machines, where you drive on the fabric. I think this is acceleration as well.  

Anyway, I am very inspired to continue my work 

Freitag, 28. April 2017

10 Jahre Atelier StoffARt - Rundgang in der Leipziger Baumwollspinnerei

kleine Stickerei, langsame Linie.



nun bin ich schon 10 Jahre dort.

TEXTILKUNST


wir müssen sie groß schreiben. Immer noch. Auch noch nach 10 Jahren.


 

Donnerstag, 23. März 2017

Neues - New

Wer sich lange auf dem blog nicht sehen lässt, ist vermutlich am Arbeiten...





Montag, 2. Januar 2017

Happy New Year


Ich wünsche allen ein wunderbares Neues Jahr

Happy New Year!