Freitag, 8. Mai 2020

Masterclass - Abschlussprojekte "CoOpera"

Hier kommt nun der zweite Teil der Abschlussprojekte 

Es sind die Projekte der "Jubiläums-Masterclass" CoOpera

2018/2019

die wir auch an diesem Wochenende eigentlich in Karlsruhe gezeigt hätten. Durch den Ausfall der Veranstaltung bleiben vielen diese fantastischen Arbeiten vorenthalten. Die Fotos ersetzen nur ein wenig den Genuss der realen Betrachtung. 
Es ist noch offen, wann wir die Ausstellung dann zeigen können.

Zur CoOpera:

Ich hatte die Idee, das 10jährige Bestehen der von mir ins Leben gerufenen Masterclass Fortbildung mit einem besonderen Konzept zu feiern. Im Laufe der Jahre fanden so viele Abschlussprojekt-Ausstellungen in meinem Atelier und an vielen Orten statt: Berlin, Leipzig, Karlsruhe, Michelstadt, in Luxemburg, in den Niederlanden, um nur einige zu nennen. 

10 Jahre Masterclass Angebote. Über 100 Abschlussprojekte wurden insgesamt gezeigt.
Eine ganze Menge.

Die CoOpera-Fortbildung habe ich für "Ehemalige" Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeboten, sodass die üblichen textilen Gestaltungsgrundlagen, die zum Basisprogramm einer Masterclass gehören, schon gegeben waren. Ich hatte im Laufe der Jahre festgestellt, dass die Förderung der individuellen künstlerischen Handschrift meiner Teilnehmerinnen in den MC's sehr gut voranschritt. 

Schwierig wird es für uns Künstler*innen dann, wenn wir kooperieren. Wer bestimmt, wie das Projekt aussieht, welchen Einfluß lasse ich zu, welchen Austausch brauche ich? Wie schafft man dieses Spagat von individueller Projektarbeit und gemeinsamen Ideen?

So gab es für die CoOpera Teilnehmerinnen besondere Herausforderungen, zum Beispiel in einem begonnenen Bild einer Kollegin grafisch oder malerisch oder textil zu arbeiten, ohne bildlich zu aufdringlich zu werden, einfach als Übung für das Gespür des Eigenen und "Fremden".
Oder alle hatten die gleiche Aufgabe mit einer kleinen Variation, aus der ein Gruppengebilde erarbeitet werden sollte.

Es war ein spannendes Jahr und hier kommen nun die Abschlussprojekte: 

Sabine Frank (2019) "Unter Tauchen"Baumwolle, recycelte Stoffe, Organza, Handgefärbt, Maschinenstickerei, Handstickerei, Quilting, eigene Techniken

Sabine Frank (2019) Studien zu "Unter Tauchen", DetailBaumwolle, recycelte Stoffe, Organza, Handgefärbt, Maschinenstickerei, Handstickerei, Quilting, eigene Techniken




Kerstin Gernhold (2019) "Im Dialog"Surface Design, Rost, Baumwolle u.a. Handgefärbt, Draht, eigene Techniken


Kerstin Gernhold (2019) "Im Dialog" DetailSurface Design, Rost, Baumwolle u.a. Handgefärbt, Draht, eigene Techniken


Sabine Wiese (2019) "Back to Nature"
Baumwolle, Wolle, Digitale Fotografie, Surface Design, eigene Techniken, Handstickerei

Sabine Eckstein (2019) "Schimmernde Nächte"Seide, Organza, Baumwolle, digitale Fotografie, Bemalung, Hand- und Maschinenstickerei

Sabine Eckstein (2019) "Schimmernde Nächte"Seide, Organza, Baumwolle, digitale Fotografie, Bemalung, Hand- und Maschinenstickerei

Kerstin Heger (2019) "Zusammenspiel"Mixed Media, Baumwolle, NonWoven, Wolle, Malerei, Applikation

Christiane Schöbel (2019)  "Statt-Gespräche"Surface Design, Applikation, freie Maschinenstickerei
Christiane Schöbel (2019)  Studie zu "Statt-Gespräche", DetailSurface Design, Applikation, freie Maschinenstickerei

Adeleheid Lau (2019) "Ein Lebensweg"Digitale Fotografie, Zeichnung, Fototransfer, freie Stickerei

Adeleheid Lau (2019) "Ein Lebensweg"Digitale Fotografie, Zeichnung, Fototransfer, freie Stickerei




Ute Eisoldt (2019) "Schöner Schein"
Mixed Media, freie Maschinenstickerei, eigene Techniken

Ute Eisoldt (2019) "Schöner Schein"
Mixed Media, freie Maschinenstickerei, eigene Techniken

CoOpera Gruppen-Studie, Detail

Mittwoch, 6. Mai 2020

Masterclass 2018-2019 Ein kleiner Einblick in die Abschlussprojekte der Teilnehmerinnen


Wie versprochen

Am nächsten Wochenende würden wir mit einer neuen HAUS 18 Ausstellung die neuen Abschlussprojekte der Masterclasses 2018 und CoOpera zeigen. Da die Veranstaltungen dieses Jahr alle nicht stattfinden, habe ich euch versprochen, eine kleine Übersicht hier auf dem Blog zu zeigen. Das ersetzt leider nicht die wunderbare Ausstellungsatmosphäre und den Blick auf die realen Werke. Wir lassen es euch wissen, wenn wir die Ausstellung in der Öffentlichkeit zeigen. Bis dahin hier ein paar Eindrücke.

Zur Masterclass noch ein paar Worte:
seit nunmehr 13 Jahren biete ich eine langfristige, einjährige Fortbildung in Textilkunst und Surface Design an. Alles hat damit begonnen, dass es im deutschsprachigen Raum keine vertieften Fortbildungskonzepte für Textilkunst, insbesondere damals ArtQuilting gab. Ich hätte an so einer Fortbildung früher gerne selbst teilgenommen, um meine textilkünstlerischen Wege zu vertiefen.

Ich entwickelte aus diesem Mangel heraus ein einjähriges Konzept mit dem Ziel, nicht nur Textiltechniken zu vermitteln, sondern den eigenen Weg zu verfolgen, in einer festen Gruppe zu arbeiten und sich auszutauschen und die persönlichen künstlerischen Fähigkeiten zu vertiefen.

Die Masterclasses begannen.

Heute, 13 Jahre und viele Abschlussprojekte später, ist es das erste Mal, dass wir die Werke nicht wie geplant der Öffentlichkeit vor Ort präsentieren können. Ich hoffe trotzdem, dass ihr einen kleinen Einblick in die fantastischen Werke bekommt, die in den letzten beiden Masterclasses entstanden sind.

Hier kommen zunächst die Bilder der
MC Surface Design und Textilkunst 2018-2019






Am Anfang steht Mark Making, Zeichnung, Ideen finden. Herumprobieren, Experiment. Das Skizzenbuch begleitet alle über dieses eine Jahr und ist ein wunderbares Dokument von einem Jahr künstlerischer Prozesse.





Surface Design Methoden und der Sprung in ungewöhnliche Formate: bis zum letzten Wochenende wird die Gruppe herausgefordert. Hier war die Aufgabe aus den Surface Design Proben mit 3D zu experimentieren. Stabilität und Oberflächendesign im Raum.





Die WERKE



Dorothee Jakobs (2019) "Kopflos"
Patchwork, Applikation, Freie Maschinenstickerei

Dorothee Jakobs (2019) "Goldener Kopf"
Surface Design, Applikation, Freie Maschinenstickerei


Dorothee Jakobs (2019) "Goldener Kopf" Detail


Angelika Werner (2019), "Mare"
Surface Design, Drucktechniken, Applikation, Mixed Media, Maschinen- und Handgestickt



Angelika Werner (2019) "Mare" Detail1

Angelika Werner (2019) "Mare"  Detail 2

Birgit Scholz-Baxter (2019) "Spannung bis zum Schluss"
Surface Design, Druck- und Maltechnik, Freie Maschinenstickerei





Birgit Scholz-Baxter (2019) "Spannung bis zum Schluss"  Detail





Christine Langner (2019) "Lebens(t)räume" Detail1
Mixed Media, Wolle, Baumwolle, Garne, Sisal, Applikation,Stickerei

Christine Langner (2019), Lebens(t)räume, Detail2
diverse Techniken, Wolle, Baumwolle, Garne, Sisal


Christine Langner (2019), Lebens(t)räume, Skizzenbuch, Arbeitsproben





Ilona Wehrhausen (2019) "Und irgendwo im Dunkelgrün..."
Merinowolle gefilzt, Mull/Käseleinen gefärbt, bestickt und appliziert.




Ilona Wehrhausen (2019) "Und irgendwo im Dunkelgrün..." Detail







Barbara Boos (2019) "Aurora tanzt mit Neptun"
Surface Design, Applikation, freies Maschinenquilting, Baumwolle, handgefärbt, Organza


Barbara Boos (2019) "Aurora tanzt mit Neptun" Detail 1 und 2






Birgit Hansen (2019) "Lebensräume"
Surface Design, Siebdruck, Baumwolle, Organza, handgefärbt, Stickerei


Birgit Hansen (2019) "Lebensräume" Detail1



Birgit Hansen "Lebensräume" Detail2

Dienstag, 31. März 2020

Unsichtbares 3

2019: Aufbau meiner Ausstellung "Echo" auf der Nadelwelt in der Messe Karlsruhe

Hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen beginnen Ausstellungen schon immer einige Wochen vor der Vernissage: eine Aufplanung wird gemacht, die Arbeiten überprüft, Aufhängungen überlegt, Titel und Werkeverzeichnis erstellt, Kataloge gedruckt, Postkarten und Flyer ebenso. Artist Statement und Biografie erneuert, ein Ausstellungstext und Portfoliofotos erstellt, die Checkliste für das Ausstellungswerkzeug und Material durchgelesen und ergänzt, Kisten und Werke verpackt, Leiter rauf, Leiter runter, Werk hinhalten, wegnehmen, endgültige Platzierung definieren ... 

Die Messe Nadelwelt findet dieses Jahr im Mai nicht statt. Sehr spät habe ich davon erfahren. Dieses Jahr habe ich keine eigene Ausstellung geplant, sondern wollte die wunderbaren Werke meiner beiden Masterclass Jahrgänge 2018 und 2019 präsentieren. Da hing auch eine Menge Vorarbeit dran. Aber eigentlich bin ich froh, dass nun eine Entscheidung getroffen ist. 

In schöner Regelmäßigkeit, so ungefähr alle zwei bis drei Jahre zeige ich die Jahresprojekte meiner Masterclass Teilnehmer*innen, die bei mir im Atelier über viele Monate entstanden sind. Wer das vorletzte Patchwork Professional Magazin gelesen hat, konnte sich über unsere Arbeit einen kleinen Überblick verschaffen.

Überall im Netz spriessen nun digitale Ausstellungen aus dem Boden. Es ist schön, dass wir online doch auch Einiges zu sehen bekommen, das eigentlich für uns unsichtbar - weil geschlossen - bleiben würde. Ich weiß nicht, ob und wie die Ausstellung der Masterclass Arbeiten noch irgendwann real gezeigt wird. Deshalb dachte ich, machen wir sie hier wenigstens ein wenig sichtbar.

Klarer Nachteil: eine Ausstellung zu kuratieren bedeutet, die Hängung sehr sorgfältig aufeinander abzustimmen. Eine Ausstellung in einem Raum ist immer mehr als die Summe der einzelnen Werke. Etwas Unsichtbares schwingt da mit, eine Stimmung, eine Atmosphäre, die vom Raum, vom Licht, der Platzierung und dem Rhythmus der Werke ausgeht. 
Es ist immer wieder faszinierend, einen Raum "zum Klingen" zu bringen mit den Kunstwerken, die uns zur Verfügung stehen. 

DAS kann ich leider hier im Blog nicht bieten. Es bleibt das Unsichtbare. ABER
ich kann hier die Werke vorstellen und mit Erlaubnis der Teilnehmerinnen veröffentlichen.

Ein wenig Vorbereitung brauche ich noch dafür, dann ist es soweit.

bis dahin, bleibt zu Hause! Stay home


Donnerstag, 26. März 2020

Unsichtbares2

Britta Ankenbauer, "Echo" - Unsichtbares - Invisible Echo (2019)

Der Moment

Es ist nun schon einige Jahre her, dass ich mein zweites Buch geschrieben habe. Die "Momentaufnahmen". Ein Universum für die textile Arbeit mit Skizzen. Ich hatte damals festgestellt, dass in der textilen Community der Begriff "Skizze" eher negativ bewertet wurde, Skizze wird immer noch sehr als Zeichnung verstanden, möglichst noch perfekt. Große Scheu!!!

So etwas reizte mich, und deshalb habe ich die Gründe erforscht. Es mag mit unserer Liebe zu Texturen zusammenhängen. Es ist ein Sinn, der bei textilen Künstlerinnen und Künstlern vielleicht besonders ausgeprägt ist. "Touch" - der Sinn, etwas haptisch sofort zu erfassen und auch wiedergeben zu wollen. Linie, Form, Fläche: alles nur "Beigeschmack", die Oberfläche gibt den letzten Schliff, sei es durch Skizze oder später beim Sticken und darüber arbeiten.

 Letztendlich habe ich dann auch dieses Buch veröffentlicht. Ich habe es Momentaufnahmen genannt, denn es geht bei der Skizze nicht um eine perfekte - womöglich noch fotorealistische - Zeichnung. Es geht um den Moment, und eben die Oberflächen, um Textur, und natürlich um alle anderen grafischen Elemente.

Textilmenschen sind haptisch veranlagt. 
So ist das Berühren und Streichen über Material und Oberflächen etwas, was uns sehr eigen ist. Das können wir mit Farben, Stiften und Pinsel festhalten. So etwas ist Skizze im textilen Sinne (noch viel mehr, aber darum geht es gerade nicht).
Im Moment ist aber das Berühren von Oberflächen nur zu Hause sicher. Im Supermarkt werden Handschuhe verteilt oder man bekommt eine Desinfekt-Dusche auf die Hände, ich fand das gestern sehr beruhigend, als ich einkaufen war. 

Schwer ist es, wenn ich Textil arbeite. Meine Arbeit geht über die Hand. Ich erfasse Oberflächen mit den Augen und ein zweiter Sinn ist sofort im Einsatz: ich weiß nur durch Blicke, wie es sich anfühlt, will aber dann doch berühren. Etwas Ähnliches haben vermutlich Köche, sie lesen etwas über Lebensmittel und schmecken im Geiste. 

Dass nun auf meinen geliebten Oberflächen etwas Unsichtbares haftet, wusste ich zwar theoretisch, war mir aber ehrlich gesagt, so nie richtig bewußt, natürlich ist es mir klar, aber bisher fühlte sich das nicht sehr gefährlich an und ich hatte auch nie Bedenken.

So kann ich nur dafür plädieren: malt Oberflächen, macht Skizzen von Texturen und Strukturen, aber berührt im Moment eher alles mit den Augen statt mit den Händen. Eine echte Übung, auch wenn ich das Wort Challenge nicht so mag, würde ich es hier benutzen! 

Ohne "Touch" fühlen, wie es sich anfühlt.
Eine gute Möglichkeit, Momentaufnahmen im Skizzenbuch zu Oberflächen und vielleicht dem Unsichtbaren zu machen.
 


 

Dienstag, 24. März 2020

Unsichtbares - the invisible


Britta Ankenbauer (2019) aus der Echo Serie

Unsichtbares

Invisible

Heute scheint die Sonne, keine Wolke am Himmel. Blau da draussen. Und kalt. Die Kälte sieht man nicht. Und auch Anderes bleibt unsichtbar. 
Gestern saß ich vor meinem Material und versuchte anzufangen, nicht nur das Warming up, das ich vor ein paar Tagen hier beschrieben habe, sondern eben meine eigentliche Arbeit. So einfach ist das aber nicht. Manche Projekte passen gerade überhaupt nicht.

Ich finde es interessant, wie zeitgenössische Kunst sich jetzt zeitgenösisch zeigt und nun ganz einfach an dem gemessen werden kann was "draußen" passiert.



Also grub ich gestern etwas tiefer in meinen angefangenen Projekten. 
Ich suchte nach einem roten Faden, etwas, das ich schon vor der Krise begonnen habe, das aber dem standhält, was gerade passiert. 

Britta Ankenbauer (2018) Memory - Ghost prints

Fragmente sind mein Spezialgebiet. Bisher habe ich mich stark auf das Sichtbare der Fragmente als narratives Element konzentriert. Über die Auseinandersetzung mit den Fragmenten und deren offenen Bedeutung für die Imagination kam ich folglich vor ein paar Jahren auch auf das Unsichtbare.
Unsere Imagination ist im Spiel, sie ergänzt den fehlenden Teil.
 
Daraufhin habe ich jede Menge Ghost Prints gearbeitet. Ich bin sehr weit mit den Prints gegangen, fast bis zur Unsichtbarkeit.

Gutes Thema, dachte ich dann gestern, hält der momentanen Atmosphäre stand. 

So arbeite ich also wieder. Zu Hause, nicht im Atelier in der Spinnerei, obwohl das streng genommen ja mein Arbeitsplatz ist. 
 
Das Unichtbare wird offensichtlich meine Arbeit in den nächsten Wochen bestimmen.

Sonntag, 22. März 2020

Die Welt der Dinge

Einige meiner Bedruckten und bemalten Stoffe (2019), fertig zur weiteren Verarbeitung

Zeug

Das Material bekommt in diesen Zeiten eine interessante Bedeutung. Ich bin von Natur aus eine Sammlerin und ich arbeite oft in parallelen Prozessen. Dabei produziere ich sehr viele skizzenartig produzierte Materialien. In den letzten Jahren ist diese, meine individuelle Art zu arbeiten, etwas gezielter vorangegangen. Es bleibt jedoch ein Merkmal meiner Kunst und meines Ateliers: Vielfalt finde ich interessant, ich liebe es, in die Tiefe zu gehen, ich vergleiche, ergänze, vertiefe und vervielfältige, ganz gegen den Trend der letzten Jahre bin ich nicht der Reduktion sondern dem Mixed Media und damit der komplexen Vielfalt verfallen.

 Ich bin immer fasziniert von den unendlich strömenden Ideen, die mir zu den Themen meiner Projekte in den Sinn kommen, auf Fragen kommen mir immer mehrere Antworten und ich kann nicht anders, ich muss einfach viel ausprobieren. So war ich in den letzten Jahren vielleicht nicht so ganz "trendy" - wenn ich die vielen reduzierten zeitgenössischen Arbeiten ansehe. Auch die ganzen Diskussionen um ein "Zuviel" an Dingen rund um M.Kondo, machte mir oft eine Art "schlechtes Gewissen" (nicht lange), worauf ich mir vornahm, doch mal auch meinen Kram zu reduzieren. Was dann ja auch erst einmal zu dem Januar-Makeover führte.

Nun bin ich gestern in mein Atelier gefahren, um einige dieser Materialien zu mir nach Hause zu holen, wer weiß, wann hier auch das Bewegen durch die Stadt schwierig wird. Viele sagen: ist doch deine Arbeit und dein Arbeitsplatz! Schon, aber wer weiß, ob künstlerische Tätigkeiten als lebensnotwendig für die Menschen gesehen wird (ich schon),... nun ja, also Material lieber zu Hause haben und arbeiten können. Statt Home Office dann eher Home Atelier.
 Glücklicherweise habe ich im Januar mein Atelier einem "Frühlingsputz" unterworfen, so habe ich wenigstens das Material im Überblick leicht greifbar gehabt. 

Dieser Druck, auszuwählen, was wichtig sein könnte, war sehr interessant. Es geht ja nicht um das Aufräumen à la Reduktion, sondern um eine Entscheidung, was mit kann und was bleibt. Das Bleiben ist Warten. Aber die Ungewissheit, wie lange mein Material auf mich wartet, trieb mich an, ich konnte mich einfach nicht entscheiden.

Ich fragte mich, was ich in den nächsten Wochen denn arbeiten muss, kann und will. Das, was ich tun muss ist klar und geht vielen gerade genauso: dafür zu sorgen, genug Ideen zu spinnen, dass meine geliebte Arbeit und damit auch mein Atelier in Zukunft überlebt. Das, was ich arbeiten kann, ist eingeschränkt, aber es geht immerhin auch von zu Hause (sind so Sachen, die meistens ganz nach unten auf meiner Bucketlist rutschen). 

Aber was ich arbeiten will? Da kam ich nicht wirklich weiter, denn irgendwie ist die Atmosphäre um mich herum immer etwas, das mich stark beeinflusst. Manche Projekte, die ich begonnen habe, passen einfach gerade nicht in die Zeit oder bekommen einen komischen Beigeschmack. Und neue Projekte habe ich noch nicht so sehr im Kopf. 
So kam ich nicht weiter. 

Also ehrlich gesagt, weiter kam ich dann, als ich es mir umgekehrt vorstellte: was wäre, wenn ich nun -sagen wir mal zwei Monate- auf dieses und jenes Material oder Werkzeug verzichten müsste?Jetzt verstehe ich endlich diese Fragebogen-Frage: was würdest du auf eine Insel mitnehmen, wenn du nur 3 Dinge auswählen dürftest. Früher konnte ich mit dieser Frage nie was anfangen, ich fühlte einfach nichts dazu und meine Liste wäre immer länger als drei Dinge gewesen. Gestern änderte sich das.

DAS war dann wirklich aufschlussreich! 

Sofort hatte ich drei Kisten gepackt, mit der heimlichen Überschrift 
"Mit auf die Insel: UNVERZICHTBAR" 

 Es geht gar nicht darum, zu wissen, was mein nächstes Projekt sein wird. Es geht darum, welches Material und welche Prozesse mir so wichtig sind, dass sie ganz oben auf einer Liste voller Vielfalt stehen. Der Rest kann warten.
 

Freitag, 20. März 2020

Über das Anfangen

Nicht leicht im Moment

Anfangen


Bleibt zu Hause, bleibt gesund.

Im Moment ist das Anfangen gar nicht so einfach. Höre ich Nachrichten, vergeht mir die Lust am Arbeiten. Lähmung, Fassungslosigkeit, Trauer, ... es spielt sich jetzt viel in mir ab.

Dennoch muss es doch Anfänge geben, wenn ich überall verkünde, dass wir kreativ und künstlerisch etwas tun sollten, für uns, für andere.

Also hier meine Tipps zum Anfangen in schwierigen Zeiten

1. Der Ort: schaffe dir dein Material um dich herum, gehe an deinen kreativen Arbeitsplatz, räume dir deine Materialien auf den Tisch: Komm in Kontakt mit den künstlerischen Materialien. Zumindest mir geht es so: wenn ich dann mein Material vor Augen oder sogar in der Hand habe, beginne ich...

2. Zufall und Einfach losmachen. Schließe die Augen, kritzle blind mit Stift oder Pinsel auf ein Papier. Öffne die Augen,... mach weiter.

3. Suche ein altes abgelegtes Projekt von dir. Fang nochmal an.

4. ES IST EGAL WOMIT DU ANFÄNGST; FANG EINFACH AN: was liegt so nahe bei dir, dass du es einfach greifen und anfangen kannst?

5. Stelle einen Timer auf 3 Minuten und mache nur soviel, bis die Zeit vergangen ist. Nimm anschließend wahr, ob du Lust hast, weiter zu machen

6. Versprich einer Freundin/einem Freund heute abend ein Foto zu schicken, von dem, was du gemacht hast

7.Schreibe dir am Vorabend selbst eine Aufgabe und lege sie dir auf deinen Arbeitstisch

8.Vergiß nicht zu träumen

9.Mach etwas, was du noch nie gemacht hast (im Internet gibt es unendlich viele Anleitungen)

10. Finde ein Ritual (Tee kochen, Arbeitsplatz vorbereiten, ...) für den Anfang


Ich geh' dann mal anfangen...

Mittwoch, 18. März 2020

Wie Weiter

Neuer Onlinekurs 

Britta Ankenbauer (2019): Echo fragend
Dies ist ein Kurs für die „Mittendrin“ Arbeit: du hast Skizzen und Ideen für Projekte. Oder du möchtest ein Projekt mal ganz von vorne bis hinten durchführen. 
Oder du möchtest das Thema rund um die Komposition von Bildern vertiefen.

Im Kurs wird es darum gehen, deine persönlichen Projekte zu entwickeln und die Gestaltung von textiler oder Mixed Media Kunst so zu vertiefen, dass ein Werk daraus entsteht. In mehreren Einheiten nähern wir uns Schritt für Schritt der Komposition, dem Aufbau und dem „Werk“ an. 

Dabei klären wir nicht nur, was denn ein „Werk“ (im Unterschied zur Skizze) ist, sondern finden auch Wege, Qualität in die Komposition und das Finish zu legen.
Dies ist ein interaktiver Online Kurs. Du kannst also dein persönliches Projekt beginnen und hast dann die 12 Wochen Zeit, das zu vertiefen, worum es dir vorwiegend geht.  


Als ich den Kurs und den Titel "Wie WEiter" ausgeschrieben habe, war von der Krise rund um Corona nichts zu wissen. Viele haben mir mitgeteilt, dass gerade jetzt die Kurse ihnen Halt geben und sie dadurch das Gefühl haben, für sich etwas Sinnvolles tun zu können, um aufzutanken. Kreativität ist eine Form allgemeiner Ideenfindung und eine geistige Leistung. Es ist das, was wir jetzt alle brauchen, um gute Ideen für die Bewältigung von schwierigen Situationen zu entwickeln und mit neuen, sehr schwierigen Fragen umzugehen.

Im Kurs steht das gestalterische Tun im Vordergrund, aber der „kreative Muskel“ ist mehr denn je nun im Ganzen gefragt. Durch das kreative Gestalten halten wir unseren „Kreativmodus“ jung und aktiv, was vielleicht auch helfen kann, im Allgemeinen Ideen entwickeln zu können. 

Ich hoffe sehr, dass der Kurs euch Freude und auch etwas Ruhe geben wird, und das Gefühl, auftanken zu können. Ich werde dafür einige Aufgaben entsprechend einflechten. Und ich werde online sehr präsent sein, da mein Atelier ja auch für Besucher*innen und Kursteilnehmer*innen im Moment geschlossen bleibt.

Ich habe das Teilnehmer*innenlimit aufgehoben und nehme auch noch kurzfristig Anmeldungen an. Infobrief gibt's bei mir per email (britank at hotmail punkt com). 

Onlinekurs: "Wie Weiter?"
Beginn: 25.03.2020
Dauer: 12 Wochen