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Montag, 6. Januar 2020

2020, die zweite

Detail aus meiner Arbeit vom letzten Jahr (2019), work in progress. Drawing/Zeichnung auf Stoff, bestickt.

Vor und zurück 

oder 

einfach in Bewegung bleiben

Jahresrückblicke sind ja immer sehr interessant. Im Kurz- oder Schnelldurchlauf noch einmal zurückblicken und dann mit Riesenschritten nach vorne. Geht auch langsamer, dachte ich. Deshalb kommt hier nicht das, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Ich wollte eine Rückschau auf das letzte Jahr mit Bebilderung machen. Es war ja viel los, warum also nicht so eine kleine Ordnungsübersicht schaffen und damit das Jahr 2019 verabschieden?
Irgendwie regte sich in mir Widerstand, es waren so viele tolle Begegnungen, Ereignisse, Ausstellungen, Kurse und andere Veranstaltungen. Und dann war es für mich persönlich auch ein trauriges Jahr. Alles zusammen ist es wert, etwas langsamer in den Rückblick zu gehen. 
Statt also hier auf dem Blog ein Bild nach dem anderen zu veröffentlichen und eine visuelle Rückschau im Schnelldurchgang zu machen, habe ich mir ein paar Fragen vorgenommen, die mich in Bewegung halten.

  Was kann ich guten Gewissens zurücklassen aus dem letzten Jahr?


Entwurf (2019)
 Mit diesem Entwurf oben habe ich lange gerungen. Die Zeichnung hatte irgendwie Aussagekraft, aber ich war mit meinen Ideen zu der gesamten Komposition sehr unzufrieden. Wie viel Zeit ich da reingesteckt habe!!! Aber es wurde und wurde nicht. Letztendlich wollte ich es aber nicht aufgeben. Auch den Titel hatte ich schon: "Ich wollte immer einen Hund haben". Auch nachdem der Titel in meinem Bewusstsein auftauchte, war es nicht besser geworden. Lange Rede... ich legte die Arbeit schweren Herzens weg und konzentrierte mich auf die anderen Werke. So tauchte diese Arbeit nicht in meiner ECHO Ausstellung auf. 
Heute, viele Monate später, kann ich sie endlich loslassen. Ich freue mich über den Titelfund, der mir neue Ideen gibt.Und gelernt habe ich, dass ich in Zukunft vielleicht sogar leichter manche Werke in einer Box verstaue statt in einer Ausstellung zu zeigen. Es existiert und markiert meinen Schaffensprozess. Reicht eigentlich manchmal.

Was möchte ich unbedingt weitermachen?

Detail aus einem meiner Holzschnitte, Drucktechnik auf Stoff (2019)
Slow work. Material, Ideen und Handwerk miteinander zu zeitgenössischen Werken zu verknüpfen.
 Das erscheint mir manchmal einfach nur ein Kopfkonzept. Aber ich habe im letzten Jahr doch einige Ansätze in die Tat umgesetzt. Ich möchte mit Blick nach vorne viel mehr meiner langsamen Techniken aufnehmen und durchhalten, auch, wenn die Resultate auf sich warten lassen müssen. Beispielsweise habe ich verschiedene Holzschnitte noch unfertig in meinem Atelier liegen. Aber viele viele Ideen zur textilkünstlerischen Umsetzung. So will ich das unbedingt mitnehmen ins neue Jahr: die langsamen Druck- und Textiltechniken weiter verfolgen. Prozesse starten, die dem Gesamtkonzept dienen und die ich nicht aus den Augen verliere, während ich an den Details sehr langsam arbeite. 

Was werde ich noch in ein paar Jahren in Erinnerung behalten?

Kurse sind ein Ort zum gemeinsamen Entwickeln (hier Masterclass 2019)

Mal abgesehen von den privaten Erinnerungen, werde ich die wunderbaren Kurse und Meisterklassen 2019 in Erinnerung behalten. Interessanterweise erinnere ich mich sehr oft an das, was ihr gearbeitet habt. Die Bilder, Objekte und Serien, die entstanden sind. Höhepunkte gab es genug im letzten Jahr: der Kunstsommer in Irsee, die Meisterklasse, in der uns der Chor besuchte und mit interessantem Gesang erfreute. Oder die wunderbaren Tage in Oberrot, in der ihr mir so sehr beigestanden habt in meiner Trauer. Oder auch Stapelfeld, der abendliche Platzregen aus heiterem Himmel, der uns noch mehr zum Lachen brachte. Und auch in den Niederlanden, in dem wunderbaren Institut HAWAR, wo wir alle gemeinsam die Sprachen meisterten und das textile Vokabular noch hinzufügten. Die Pfalz, im Atelier Tisch, wo ich einmal im Jahr so ein wunderbares Umfeld und tolle Ideen zu sehen bekomme! Und nicht zu vergessen: die Masterclasses bei mir im Atelier, die in jedem Jahr neue und aufregende künstlerische Prozesse ermöglichen.
Kleiner Nachsatz: ganz überwältigt bin ich immer noch von dem Feedback zu meinem ersten Onlinekurs. Das motiviert zum Weitermachen!!!

 DANKE EUCH ALLEN!

 

Was gibt es Neues im Neuen Jahr?

Engelsgeflüster (2019)  

Britta Ankenbauer "Der große Tag" (2019), Digitale Fotografie, Malerei, Sticktechniken

Neue Werke, Slow Work, Eine neue Ausstellung im Sommer, Neue Onlinekurse, Eine neue Masterclass, und mal sehen... was sonst noch kommt.


 

Donnerstag, 1. Februar 2018

Welcome back

2018




spielen 
entstehen
verwandeln
verbinden


Das neue Jahr ist ein Jubiläumsjahr


Ein Leitfaden für dieses Jahr


in mehrfacher Hinsicht


Manchmal fordert das echte Leben uns in einer Weise, die wenig Raum lässt für die Kunst. Und doch ist sie immer um uns herum. Nicht Kunst geht nicht. Es äussert sich manchmal nach außen, als ob ein Stillstand da wäre. Was aber nicht stimmt. Es sind nur kleinere Zeitfenster und die Energie fehlt manchmal, um Werke hervorzubringen. Dann spürt man, wie im Frühling, dass schlimme Zeiten vorbei sind und man wieder atmen kann. Energie kommt in irgendeiner Form zurück. Und, ja klar, das äußert sich im Kunstschaffen. 

Neue Arbeiten sind in meinem Atelier entstanden und noch im Entstehen. Manches wird dabei einer Verwandlung unterzogen, anderes lehnt sich an Traditionen an. Es ist schon immer Sache der Textilkunst, zu verbinden, das ist, was mich an der Textilkunst so begeistert. Sie ist so jung, Textilgestaltung blickt auf jahrhundertelange Traditionen zurück, die freie künstlerische Arbeit mit Textil allerdings steckt immer noch in den Kinderschuhen. Das gibt uns Freiheit und es ist auch eine Herausforderung, denn es gibt wenig Orientierungspunkte. Man muss schon selbst losgehen und Wege suchen. Vielleicht mit klassischen Methoden, ganz sicher aber auch mit zeitgenössischen. Das Mäandern gehört in unsere junge Kunstform und hält die Sache in Bewegung. Nicht alle gehen diesen Weg mit, auch das ist sehr klassisch für die Textilkunst. 

Ein Jubiläum ist ein guter Anlass, über das, was man da tut, nachzudenken. Lange war mir selbst nicht klar, wieso manches so schwierig ist. Beispielsweise die Akzeptanz unserer Kunstform innerhalb der bildenden Künste einerseits und gleichzeitig die Ausgrenzung oder Abgrenzung von Tradition und zeitgenössischen Ansätzen innerhalb der Szene. Langsam tut sich auch hier etwas, bei mir im Atelier merkt man schon.Bei offenen Ateliers oder den Rundgängen hat die kritische Haltung dem Material und der Kunst gegenüber etwas nachgelassen und die Insider sind offener gegenüber den Mischformen. Gut, dass ich vor einigen Jahren nicht aus dem Atelier geflüchtet bin, sondern geblieben. Manchmal bin ich stur. 

Ein Jubiläum ist ein Anlass:
Im Sommer werde ich meine neuen Arbeiten in einer Einzelausstellung zeigen, es wird Vertrautes aber auch Neues dabei sein.



Hier auf dem blog gebe ich ab und zu einen Zwischenstand und nehme Ideen, Fragen und Tendenzen auf, die mir begegnen. Es hat ein wenig Zeit gebraucht, 2018 scheint das Jahr, um meine Kunst und die Projekte wieder etwas intensiver verfolgen. Neben meiner eigenen Kunst wurden im letzten Jahr Ideen für neue Gemeinschaftsprojekte geboren und einige davon sind noch in der Babyphase der Ideenfindung. Ich werde sie irgendwann im Laufe des Jahres hier auch vorstellen.

Ich freue mich in jeder Hinsicht auf ein aktives Textilkunstjahr. 


 Atelier StoffARt: ein Zentrum rund um Textilkunst


Atelieransicht Masterclass


Und das Atelier StoffARt wäre nichts ohne die vielen Textilkunstbegeisterten, die jedes Jahr in den Kursen meinen Weg teilen und dabei ihre eigenen Wege suchen. Die Masterclass Fortbildung geht ins 10. Jahr und ich habe nicht gezählt, wie viele Einzelkurse seither in meinem Atelier stattgefunden haben, Statistik sind Zahlen, die textile und künstlerische Atmosphäre ist etwas anderes. 

Auch das will gefeiert werden. Eine besondere Jubiläums-Masterclass in 2018 war die Idee. CoOpera hat begonnen. Auch darüber will ich ab und zu berichten. Ein erstes Treffen hat schon stattgefunden und es war so überwältigend, dass alle sehr gespannt sind, wie es weitergehen wird.
Und selbstverständlich werde ich auch immer mal wieder zeigen, was in den Kursen so entsteht.