Mittwoch, 9. Januar 2019

Nach vorne schauen - Looking forward

Britta Ankenbauer "Stück für Stück - my personal Wunderkammer" (2019)
Detail, freie Maschinenstickerei

2019

Konzentration. 
Mal sehen. Ein Kreis.
Was ist schon neu?
 

 Dieses Jahr fiel es mir nicht leicht, über "gute Vorsätze" nachzudenken. Es ist zuviel im Fluss, das neue Jahr knüpft zudem direkt an die Prozesse der letzten Monate an. Ich habe im letzten halben Jahr Einiges in meinem künstlerischen Alltag geändert, darunter neue Wege beschritten, neue Arbeiten begonnen, Projektideen ausgearbeitet und auch manches Vorhaben verworfen. Es wäre absurd gewesen, damit bis zum Jahreswechsel zu warten.

Für 2019 bedeutet dies: Konzentration steht an und aber auch Verknüpfung. 
Da wären wir wieder im textilen Universum. 

New year was just connected to the projects of the last year. I started some new projects in the last months, I could not wait for a calendar break. So that the break of New Year wasn't really a break. It felt more about concentration and connection, a sort of looking back and forward, knotting together these parts. 

Sounds like being back in the textile universe. 

Britta Ankenbauer "Stück für Stück -  my personal Wunderkammer" (2019)
Detail, freie Maschinenstickerei
 
  So gesehen wird 2019 nahtlos an das letzte Jahr anknüpfen und "einfach" weiter gehen. Einfach ist leicht dahingeschrieben, aber eine Naht ist wirklich nicht nötig, ich bin eher gerade damit beschäftigt, den roten Faden festzuhalten und ihn nicht zu verlieren. Mich nicht von den tollen neuen Büchern und Artikeln ablenken zu lassen, die über Weihnachten hier angekommen sind und mir viel Gelegenheit zu "procastination" geben ...(vielleicht kann ich ja das ein oder andere mal hier vorstellen).

Gut, wenn man zu schwimmen weiß. Es fällt mir immer leicht, am Anfang Ideen zu spinnen. Ich sprudele dann vor Energie, eine Idee gibt die nächste  und meine Skizzenbücher füllen sich. Doch dann kommt der Punkt, an dem ich etwas mehr Struktur und Realismus brauche: Entscheidungen sind zu treffen: gehe ich da lang, oder dort. Wie sieht das zeitlich aus? Was brauche ich dafür? Welche Idee verfolge ich weiter? Welche bleibt auf der Strecke? (Ich nenne das lieber "Parkplatz", in der Hoffnung, dass ich die Idee dann irgendwann einmal wieder abhole). Die Zeit zwischen den Jahren ist eine ruhige Phase im Atelier. Konzentriert. Nun warten die Projekte auf Vertiefung und ich beginne, an den Details zu arbeiten. Das wiederum finde ich einen schönen Part des künstlerischen Schaffens. Ich könnte mich darin verlieren. 

Therefore I will just continue. Not easy in the middle of processes. I love starting points because I have a lot of ideas. But then, to make choices, that's what is really challenging. 

Britta Ankenbauer "Stück für Stück - My personal Wunderkammer" (Detail)


 


Ein Projekt habe ich deshalb 
"My personal Wunderkammer" genannt. Ich habe so viele Ideen-Parkplätze geschaffen. Es gibt jede Menge davon in meinen Sammlungen, meinen Skizzenbüchern, die eigentlich gut sind, die aber in der Warteschleife hängen. Jedesmal, wenn ich eine neue Idee ausarbeite, entstehen viele "Nebendinge", Wege, die ich verworfen habe. Das macht mich immer wieder unruhig. Deshalb habe ich mir vorgenommen, nicht immer das Augenmerk auf meine neuen Ideen zu richten, (ich kann nicht anders, ich finde immer Neues), sondern nicht nur in den eigenen Archiven zu blättern und dort die Parkplätze zu besuchen, sondern mit dem, was jetzt meine Aufmerksamkeit auf sich zieht, zu arbeiten und daran anzuknüpfen.

Ich weiß, der Begriff der Wunderkammer ist etwas abgedroschen. Aber mich fasziniert und irritiert er gleichermaßen, es klingt ein wenig nach Reisen und Artefakten in Museen, nach persönlichen Vorlieben und Verborgenem hinter Schranktüren. So werde ich also meine eigenen Sammlungen nicht nur als Parkplätze nutzen, sondern sie bearbeiten und Neues daraus schaffen. Mal sehen. 

2019 kann loslegen.

I don't have problems to develop new ideas. But what about all my collected ideas in my daily sketchbooks. I started to look inside very old books and found wonderful ideas. Immediately I felt connected. They all are waiting. Sometimes I felt overwhelmed of my own ideas. For this year I decided to work from older inspirational sources I collected. I name it 
My personal Wunderkammer

my red thread of the year 2019
 

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