Mittwoch, 19. Oktober 2016

Manchmal sieht man...

Meine Buchinstallation "...den Wald vor lauter Baum..." (2016)
im Hintergrund: rechts, A. Hartmann, "Ansichten von Leipzig"
und links Chr. Viering "Klonologie" (Detail)










Detail aus meiner Buchinstallation: "Manchmal..."
24 Seiten, Text und Bearbeitung, Fotografie, Drucktechniken und Stickerei
Buchhülle aus Leinen

Was macht ein Künstlerbuch aus? Was ist ein Künstlerbuch? Qualifiziert man sich schon, weil man ein Buch macht, zum oder zur Buchkünstler/in? Oder sind alle Buchunikate, die ich mache, Künstlerbuch, weil ich Künstlerin bin? 
Lassen wir das mit den Definitionen. Auch hier herrscht Vielfalt und freie Wahl.
Die Buchinstallation "...den Wald vor lauter Baum..." ist in der Reihe meiner Künstlerbücher die Aufwändigste geworden. Auftakt einer neuen Serie. Eine zweite Buchreihe zu dieser Serie ist schon in meinem Hinterkopf, es gärt und Ideen kommen und gehen. 

"Wo bleibt das Textile?" höre ich raunen... 

What is the definition of an artist book? What is an artist book, are all books that artists make, art books? Or is just the fact to create a unique book art? however - you have the choice.

This new book installation is one of the biggest I ever made. The starting point of a new series about creative processes as examples for a lot of things that happen not only in the art world.A second one is in my mind, I am spinning around, new ideas...

Whispering: "what about your textile work...?"...

Vernissage "Umblättern"





Chr. Steiner zeigt ihr Buch




Chr. Viering, Klonologie (2016) Detail









Künstlerbuchausstellung in München 

A lot of visitors at the opening of "Umblättern" 
Artist book show at Munich

 

Montag, 10. Oktober 2016

"Umblättern" Künstlerbuchausstellung in München







Die Künstlerbuchausstellung hat ihren Auftakt am nächsten Wochenende. 
Mein Buch ist Teil einer neuen Serie, die ich vor Kurzem begonnen habe. 

Das Künstlerbuch "...den Wald vor lauter Baum..." (2016) Drucktechniken, Papier, Stickerei
Es wäre naheliegend gewesen, textiles Material zu verwenden. Doch das wäre auch so vorhersehbar gewesen. Das, was man immer tut. Passt nicht zum Thema.

Die Installation ist Auftakt einer Serie zu typischen Erfahrungen mit schöpferischen Prozessen. (Das K-Wort wird ja so gern in der Kunst vermieden, allein das provoziert mich ja zum Thema und macht neugierig!). In dieser Arbeit geht es um die Erfahrung, manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Um die Konzentration auf Details, auf das langsame Sehen, das Bewältigen von so vielen visuellen Informationen, dass man das Ganze aus dem Auge verliert...im wahrsten Sinne muss man sich bemühen, wieder Distanz zu schaffen.
Bekannt? 
 Next weekend one of my art books will be shown in "Umblättern", an art book show at Munich. It would have been too obvious to use fabric for the book. But my theme allowed other approaches that I use often: I printed with different techniques (mono print, silkscreen, linocut,...) on paper and stitched over the prints with a strong heavy yarn. 
It is the first work in a new series I started some weeks ago. It will ask about creative processes (yes, I am aware that the c- word is not very popular in the art world. And that is a very attractive point!). The art book subject is about looking very close to details and loosing the whole context: not to see the wood for the trees...

Mehr dazu/more:

Montag, 19. September 2016

3x3 - eine neue Fortbildungsreihe im Atlier StoffARt


Surface Design Experimentell



Neue Fortbildung 3x3

Grundlagen , Experimente und frische Ideen
Die Fortbildung 3x3 ist ein neues Angebot im Atelier StoffARt. Es richtet sich an diejenigen, die an mehr als einem Wochenendkurs interessiert sind. An alle, die um (textil)künstlerisch zu arbeiten, vertiefende, neue Wege gehen möchten. In den 3x3 Kursen werden Basistechniken, Experimente und Gestaltung gleichermaßen vermittelt.  Zunächst werden die Basiskenntnisse vermittelt, Techniken vorgestellt und neu eingeordnet. Der zweite, experimentelle Teil bietet überraschende Zugänge, vermittelt Methoden, um eigene Ideen zu vertiefen und sie gestalterisch umzusetzen. Frische Ideen werden durch Übungen und Inputs aus der Kunstpraxis und Theorie ermöglicht. So kann man sich dreifach der Vertiefung widmen, ohne in Zeitstress zu kommen. Die Angebote sind offen für Neugierige, die einen Bereich der Textilkunst etwas näher erproben oder vertiefen möchten. Auch als Vorkurse zu den Masterclass – Angeboten können die 3x3 Kurse belegt werden. Offen für Anfänger und Fortgeschrittene, die ihre Kenntnisse auffrischen und erweitern wollen

Dienstag, 13. September 2016

Ausstellung in Freiburg/Brsg.



Eine kleine Auswahl meiner Werke ist bis November in der 
Galerie Quiltstar 
in Freiburg /Brsg. zu sehen.


Vernissage

Meine textile Installation: "Hier und da Erinnerung" (2016)

Die fertige Platte an der Mauer: Palimpsest (2016)

Am ersten Septemberwochenende fand im Rahmen der Bundesversammlung der GEDOK die Vernissage zum Friedhofsprojekt statt.
Strahlendes Wetter und die Platten fest an der Mauer.
Oben: meine textile Installation "Hier und da Erinnerung".

Die Platten kann man in der Alten Salzstrasse in Leipzig ansehen. Sie bleiben dort zunächst für ein Jahr ausgestellt.

Dienstag, 12. Juli 2016

10 Tage GEDOK Kunstsymposium Plagwitz: Palimpsest

Erste Markierungen auf der Platte und die Venusfigur auf dem Sieb

10 Tage war ich auf dem Friedhof in Leipzig-Plagwitz bei dem Kunstsymposium "Religio" der GEDOK Leipzig beteiligt.10 Künstlerinnen wurden ausgewählt, ihre Vorstellung zum Thema künstlerisch umzusetzen. Neben Malerinnen, Schriftstellerinnen und Musikerinnen war ich diejenige, die das "stoffliche Element" miteinbrachte. Anders als in der figürlichen Malerei steht bei uns Textilkünstlerinnen ja das Material im Vordergrund. Die Art und Weise der Verbindungstechnik und die Oberflächenbeschaffenheit steht uns als komplexe Symbolsprache zur Verfügung. Das war für ein Werk in der Größe von 1,5 x 3 Metern eine Herausforderung. Neben technischen Gegebenheiten war die Zeiteinteilung das, was mir zu Beginn ein wenig Kopfzerbrechen machte: 




Siebdrucke auf Seide und Baumwolltüchern zum Fixieren und Einwirken eingepackt

Die in meiner Arbeit "normalen" Abläufe mussten umgekehrt und auf den Kopf gestellt werden. Siebdruck auf Seide an der Staffelei war nicht möglich, da die Farbe ja dann nach unten fließen würde. Also improvisierte ich auf dem Boden und bekam dadurch auch noch interessante Monoprints von der Bodenoberfläche des Friedhofs.

Die Drucke fixiert und ausgewaschen und zur Kompositionsprobe auf die Platte gehängt
Die Tage vergingen wie im Flug. Im Foto oben sieht man die fixierten Stoffe und eine Probehängung. Ich wählte für das Projekt die Schichtung von verschiedenen religiösen und kulturellen Sichtweisen.

Die ersten Drucke waren angelehnt an die Venusfigurenfunde."Palimpsest" war im Mittelalter ein überschriebener (ausgekratzter oder ausradierter) Text. Über teils griechische Schriften wurden aus Mangel an Material (aber vielleicht auch aus inhaltlichen Gründen?) teils religiöse Texte oder Gebete geschrieben. Mit modernen Forschungsverfahren ist es heute möglich, diese überschriebenen Texte teilweise wieder zu identifizieren. Schicht für Schicht habe ich Stoffe und Texte verwendet, die Symbolcharakter haben - in meiner gewohnten Art verarbeitet.

Stürmisches Wetter brachte dann doch einen Vormittag in meinem Atelier
In der Wochenmitte wich ich aufgrund des stürmischen Wetters in mein Atelier aus, um dort die Komposition und die Schichtung voranzubringen. 


Es blieb die Frage, ob und wieviel ich mit Stickerei arbeite. Das lineare Element mit Garn ist für mich ein wesentliches Element und zugleich Symbol. Die (uralte) Kultur des Bestickens ist Teil der "weiblichen" Kunst- und Kulturgeschichte. Und auch wenn es wesentlich einfacher gewesen wäre, die Linien und Oberflächenstrukturen mit Stift und Pinsel aufzubringen, gehört es doch eben auch so sehr zu meiner eigenen künstlerischen Identität und Symbolsprache.Ich habe allerdings auf eine große Flächenstickerei und auch das Sticken mit Hand verzichtet. Das wäre im Zeitbudget völlig ausgeufert und ich wäre bis zum Wochenende nicht fertig geworden. Zumal die 3 Meter Material auch nicht ganz so leicht unter der Maschine zu bearbeiten sind.


Hier ist das Projekt schon auf die Platte aufgebracht

Das Wetter war wunderbar, es war gegen Ende der Woche wieder weniger stürmisch und ich konnte die Seidenstoffe und auch die dünnen Drucke gut auf die Platte aufbringen. In mehreren Schichten wurden die verschiedenen zeitlichen und kulturellen Ebenen miteinander verflochten, bis eine etwas ungeordnete Komposition entstand. Das "Drüber und Drunter" lädt zum Entdecken der Schichten ein. Auch wenn man die verdeckten Elemente nicht mehr sehen kann, weiß man doch von ihrer Existenz. 

Detail der fertigen Platte

Die Flut von Informationen bewältigen... Ich persönlich finde das manchmal sehr anstrengend (aber auch faszinierend, wenn man sich vertiefen kann). Die Wahrnehmung ist heutzutage extrem gefordert und es ist so einfach, nur nach der (unsortierten) Oberfläche zu schauen und zu urteilen...Still ist ein Wort, das ich eingefügt habe. Manchmal wäre ich gerne öfter dazu in der Lage. Was man dann wohl entdeckt... 


Die Vernissage wird zur Bundesversammlung der GEDOK in Leipzig am ersten Septemberwochenende (3.9.2016) sein. Die Arbeiten sind dann für ein Jahr in der Freiluftgalerie an der äußeren Friedhofsmauer zu sehen.

Textilkunst Abschlusswochenende

Werke von F.Schramm (links) und M. Möbus (rechts)

Werk von I.Linsenmeyer
Werke von S.Sturm (hinten links), R. Barthel (hinten rechts) und im Vordergrund Installation von E.Abt

Noch ein Abschlusswochenende im Atelier, die Teilnehmerinnen meiner zweijährigen Fortbildungsgruppe Textilkunst und Artquilt 2014-2016 haben keine Mühen gescheut, um wunderbare Werke als Abschlussprojekte hervorzubringen. 
Auf den Fotos einige Impressionen vom ersten Juliwochenende.
 
Diese Arbeiten sind nächstes Jahr auch auf der Messe in Karlsruhe bei der Nadelwelt zu sehen. Eine neue "HAUS 18" Ausstellung!
 
Da ich öfter nun mehrere Werke aus verschiedenen meiner Masterclass Gruppen als Ausstellungen zusammenfasse, haben wir dieser Ausstellungsgruppe den Namen "HAUS 18"  (mein Atelierort) gegeben. Alle, die schon mal bei mir ein MC-Kursprojekt oder eine längerfristige Fortbildung gemacht haben, sind in dieser Gruppe in unterschiedlichen Zusammensetzungen repräsentiert.
 
The second master class project. Beautiful works and a wonderful weekend.
 
All works can be seen at the Nadelwelt 2017. The group is named HAUS 18. All students of the last years have the possibility to show their work together in an exhibition.
 


Montag, 20. Juni 2016

Schon wieder ein Jahr vorbei - Masterclass 2015/2016

Ich bin zurück in meinem Atelier

Draussen versucht sich der Sommer

Die Masterclass 2015/2016 trifft sich zu ihrem Abschlusswochenende

Sonntag ist Vernissage für die Abschlussarbeiten (hier Detail von C. Averesch "Herbst-Zeit-Lose", im Hintergrund G. Hoff "Fenster" beide 2016)

Detail von S.Franks Werk "...oder Stillstand" (2016)



Abschlusswochenende 

Masterclass Freies Maschinensticken 2015/2016

Am letzten Wochenende traf sich die MC freies Maschinensticken zum letzten Mal in meinem Atelier. Neben Präsentationsformen für die einzelnen Werke geht es immer wieder auch um die Erfahrung, eine Ausstellung zu komponieren. 

Keine leichte Aufgabe für eine Gruppe.
Oft sehe ich wunderbare Einzelarbeiten in Gruppenausstellungen bei Quiltfestivals, die durch ihre ungünstige Präsentation viel von ihrer Wirkung verlieren. Es gehört ein wenig Übung dazu, einen Raum und eine Ausstellung mit Werken in unterschiedlichen Stilen zum Klingen zu bringen, wie bei einem Orchester, es geht um die Gesamtkomposition, nicht um die Hervorhebung Einzelner.
Da ich so unterrichte, dass jede/r die eigene Handschrift findet, sind die Arbeiten oft sehr unterschiedlich in Technik, Stil und Farbgebung. Das ist dann sehr schwierig, diese Variationsbreite in einer gemeinsamen Art zu präsentieren.
Alle Abschlussarbeiten waren am Wochenende fertiggestellt und wurden von der Gruppe in unterschiedlichen Ausstellungskonzepten durchgespielt. Dann schliesslich am Sonntag in einer kleinen Vernissage präsentiert. Manche Arbeiten entwickeln ihren Zauber erst durch eine angemessene Präsentation. Der Raum ist manchmal geeignet, manchmal muss man Kompromisse eingehen. Aber es gibt immer eine Lösung für den aktuellen Raum, die visuell überzeugt. In diesem Jahr waren vor allem die transparenten Arbeiten ein Thema. Nicht alle konnten im Fenster ihren Platz finden. Aber mit Licht und Hintergründen lässt sich doch einiges hervorholen.

Alle Arbeiten werden zusammen mit der zweiten MC ("Artquilt und Textilkunst") der Öffentlichkeit auf der Nadelwelt 2017 präsentiert. Dort, in anderem Kontext, wirken sie noch einmal anders. 
Wir werden sehen.

Last weekend my students met for the last time in my studio. The masterclass machine embroidery started last year and finished now with beautiful projects. The last weekend is about presentation of the single work as well as presentation in a group show. 
I often see group shows at quilt festivals. It is not easy for a group to hang a beautiful show with different, single and unique works and styles. As my teaching supports very much the single style of every student, a common show is not easy.  Sometimes, single work loose impact because of its position in the show. Not every work needs light or the "best" place. Like an orchestra, it needs a good sound, the composition needs an "overall view" for the show.

So my students tried to find different concepts for the group presentation of their very different styles and at least they found a wonderful solution for some of the transparencies and all the different variations. A small vernissage took place on sunday and the visitors were impressed by the single works but also by the group show - the group found a good sound for an overall impression in the room.

All work will be shown at the next Nadwelt. Together with my second masterclass (Artquilt and Textile Art). This MC will finish in two weeks with the same challenge than the embroiderers.
 

Quiltfestival Noord Groningen 2016

Meine Werke in der kleinen schönen Kirche von Osternieland

Ein kleiner Einblick von oben

Die Deckenmalerei und meine Quilts: Verwandtschaft



Bezauberndes Quiltfestival

Es war das erste Mal, dass meine Arbeiten in den Niederlanden ausgestellt wurden.
Ich wählte daher eine Mischung aus Alt und Neu.

 Schliesslich möchte man nicht nur die alten Arbeiten zeigen. Aber es ist so schön, dass Quilts in unterschiedlichen Räumen immer wieder anders wirken. Das Licht, der Raum und der Dialog mit den Wänden und der Einrichtung.
Zugegeben, Kirchen mit Bänken sind nicht ideal. Aber das hat die Besucher nicht gestört. 


Es war so wunderbar, dass die Mehrheit der Besucher sich Zeit genommen hat, die Werke wirklich zu betrachten. Dass sie noch "geschaut" haben (statt mit der Digitalkamera vor der Nase auf gute Fotos zu hoffen).

Und besonders nett waren die kleinen Grüße und Sätze in meinem Gästebuch!


It was the first time I exhibited in the Netherlands. So I choose a concept to show older and newer works together. I love it very much that changing rooms change the quilts as well. So that work that we think to know gives us new opportunities to see it in another way and with new details. That is wonderful. They are always in a dialog with walls, environment and objects around. 

I loved very much that a lot (most) of the visitors came to see (and not to enter the show with the camera on the nose).

Thanks to all and especially for the nice words in my guest book!