Posts mit dem Label Haptik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Haptik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 13. Dezember 2018

# 13 Augenmerker


13

Haptik 
Touch

Extrem dicht gestickte Fläche, freie Maschinenstickerei - extremely dense stitching


Haptik ist, wenn wir Oberflächen fühlen können. Das machen wir manchmal in Ausstellungen mit den Augen. Manche der Besucher/innen fassen ja auch immer wieder gerne die Werke an, was sie bei Gemälden nie machen würden...schon gar nicht in Ausstellungen. Man versteht den Drang anzufassen, wir alle kennen das. Also übe ich Selbstbeherrschung in der Ausstellung! Umso schöner, wenn man die Werke selbst produziert, da kann man nach Herzenslust die Stöffchen und Oberflächen begreifen.
Haptik ist Adjektiv: weich, rauh, glatt, fein, seidig, geriffelt, grob, ... hören wir die Worte, wissen wir, wie es sich anfühlt. Textilkunst ist Übersetzung in Haptik. Fängt beim Material an und hört mit der Bearbeitung auf. Ich mag die Haptik, die Stiche hinterlassen. Sie haben etwas Feines, manchmal etwas Solides, Ephemeres, aber auch Wildes. So als nähme ich einen struppigen Pinsel mit Acrylfarbe und dann mal wieder einen Aquarellpinsel.
Gar nicht so einfach mit der freien Maschinenstickerei Oberflächen zu schaffen. Was nicht so gut gelingt, landet im Skizzenbuch und wird kommentiert und dann beginne ich von Neuem ...


Our sense of touch let us feel surfaces. Sometimes in exhibitions we feel through our eyes. Touch has character: smooth, rough, even, fine, silky, furrowed, chunky,... hearing these words we can immediately feel the touch. Textile arts is translation. It starts by using adapted material and goes on by using techniques. I love textured surfaces a lot.I love the texture my machine is able to do. Stitches have something very fine, solid, ephemeral but also some have a wild character. It is like working with a scrubby brushes and acrylics and also with a smooth watercolour brush. 
Really not easy to create such surfaces through free machine stitching. What doesn't work gets into my sketchbooks, gets a comment and probably I will start a new try ...



Fotoskizze: Glatteis, eine gefrorene Pfütze im Feld mit Erdeinschlüssen, eine wunderbar schwierige Oberfläche für die Stickerei- photo of ice in winter on the field, a very difficult subject to stitch ...

Mittwoch, 12. August 2015

Kuntsommer 2: Deconstruction, Schichten und der Zufall - Deconstruction, Layers, Accidents


Spielwiese und Forschungslabor
Kunstsommerwerkstatt

Textiles Material fragmentiert, geschichtet

In den nächsten Tagen: Drucktechniken kommen hinzu. Schichten und Methoden des "Deconstruction" beinhalten schon mehr Zufall. Fragmentarisches wird weiter verändert. Bildelemente gefallen, erstaunen oder enttäuschen. Die Farbe ist schwer zu bewältigen, exakte Farbtöne zu erreichen eine schwierige Sache mit diesem Material. Komplex arbeitet und wirkt sich die Farbe ein, sie braucht mehr als einen Faktor, um zu gelingen - dafür belohnt sie mit Haltbarkeit und Leuchtkraft über Jahre. Herausforderungen der mittleren Tage in der Textilkunstwerkstatt.
 
 Zufallsverfahren verhindern zu viel Kontrolle. Leben spielt sich so ab und es bietet Möglichkeiten - oder zwingt sogar- zu reagieren.

Die Diskussion wird wichtig, das Thema Berührung und Material steht im Raum. Wir bewegen es hin und her und es wird klar, wie sehr die Haptik und die Bewegung der Hände den Textilkünstlerinnen wichtig ist.

Schwebezustand
Ab wann ist ein Stoff zu verwerfen? Wie lange arbeitet man an einem ungeliebten Stück?
Hätte man nicht gleich neu beginnen sollen?
Versuche Hin und Her
Am Schluß eine Installation mit Müllsack zur Präsentation in der Kunstnacht. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den anderen Gruppen kamen und boten auch Material zum hinein tun an - manche Prozesse sind unabhängig vom Genre.

Abstrakte Sprache Textil

Mit den Augen meinen wir zu wissen, wie die geschaffenen Oberflächen sich anfühlen (sollten). Manchmal ist es eine materielle Illusion. Man möchte überprüfen, deshalb die Hand zu Hilfe nehmen. Mehr Sinne als nur der eine wollen berührt werden.
Manchen ist das Textile zu nahe getreten, sie betrachten lieber von Weitem, zu viel Haptik gibt es auch. 
Den Fokus auf Material, Oberflächen und Verbindungen zu legen ist Abstraktion. Sprachverwirrungen und Vorlieben werden deutlich. Staunen über Materialkombinationen wird uns entgegengebracht. In der Kunstnacht werden im Raum Fragmente der Woche und Bandbreite gezeigt. Nette Besucher und Besucherinnen, viele Gespräche, Fragen und offene Augen.