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Dienstag, 3. Dezember 2019

Nr. 3

Nr. 3

 Krumme Linien
Wenn ich im Urlaub bin, finde ich viele krumme Linien. Ab ins Skizzenbuch damit!
 









Mittwoch, 9. Januar 2019

Nach vorne schauen - Looking forward

Britta Ankenbauer "Stück für Stück - my personal Wunderkammer" (2019)
Detail, freie Maschinenstickerei

2019

Konzentration. 
Mal sehen. Ein Kreis.
Was ist schon neu?

 Dieses Jahr fiel es mir nicht leicht, über "gute Vorsätze" nachzudenken. Es ist zuviel im Fluss, das neue Jahr knüpft zudem direkt an die Prozesse der letzten Monate an. Ich habe im letzten halben Jahr Einiges in meinem künstlerischen Alltag geändert, darunter neue Wege beschritten, neue Arbeiten begonnen, Projektideen ausgearbeitet und auch manches Vorhaben verworfen. Es wäre absurd gewesen, damit bis zum Jahreswechsel zu warten.

Für 2019 bedeutet dies: Konzentration steht an und aber auch Verknüpfung. 
Da wären wir wieder im textilen Universum. 

New year was just connected to the projects of the last year. I started some new projects in the last months, I could not wait for a calendar break. So that the break of New Year wasn't really a break. It felt more about concentration and connection, a sort of looking back and forward, knotting together these parts. 

Sounds like being back in the textile universe. 

Britta Ankenbauer "Stück für Stück -  my personal Wunderkammer" (2019)
Detail, freie Maschinenstickerei
 
  So gesehen wird 2019 nahtlos an das letzte Jahr anknüpfen und "einfach" weiter gehen. Einfach ist leicht dahingeschrieben, aber eine Naht ist wirklich nicht nötig, ich bin eher gerade damit beschäftigt, den roten Faden festzuhalten und ihn nicht zu verlieren. Mich nicht von den tollen neuen Büchern und Artikeln ablenken zu lassen, die über Weihnachten hier angekommen sind und mir viel Gelegenheit zu "procastination" geben ...(vielleicht kann ich ja das ein oder andere mal hier vorstellen).

Gut, wenn man zu schwimmen weiß. Es fällt mir immer leicht, am Anfang Ideen zu spinnen. Ich sprudele dann vor Energie, eine Idee gibt die nächste  und meine Skizzenbücher füllen sich. Doch dann kommt der Punkt, an dem ich etwas mehr Struktur und Realismus brauche: Entscheidungen sind zu treffen: gehe ich da lang, oder dort. Wie sieht das zeitlich aus? Was brauche ich dafür? Welche Idee verfolge ich weiter? Welche bleibt auf der Strecke? (Ich nenne das lieber "Parkplatz", in der Hoffnung, dass ich die Idee dann irgendwann einmal wieder abhole). Die Zeit zwischen den Jahren ist eine ruhige Phase im Atelier. Konzentriert. Nun warten die Projekte auf Vertiefung und ich beginne, an den Details zu arbeiten. Das wiederum finde ich einen schönen Part des künstlerischen Schaffens. Ich könnte mich darin verlieren. 

Therefore I will just continue. Not easy in the middle of processes. I love starting points because I have a lot of ideas. But then, to make choices, that's what is really challenging. 

Britta Ankenbauer "Stück für Stück - My personal Wunderkammer" (Detail)




Ein Projekt habe ich deshalb 
"My personal Wunderkammer" genannt. Ich habe so viele Ideen-Parkplätze geschaffen. Es gibt jede Menge davon in meinen Sammlungen, meinen Skizzenbüchern, die eigentlich gut sind, die aber in der Warteschleife hängen. Jedesmal, wenn ich eine neue Idee ausarbeite, entstehen viele "Nebendinge", Wege, die ich verworfen habe. Das macht mich immer wieder unruhig. Deshalb habe ich mir vorgenommen, nicht immer das Augenmerk auf meine neuen Ideen zu richten, (ich kann nicht anders, ich finde immer Neues), sondern nicht nur in den eigenen Archiven zu blättern und dort die Parkplätze zu besuchen, sondern mit dem, was jetzt meine Aufmerksamkeit auf sich zieht, zu arbeiten und daran anzuknüpfen.

Ich weiß, der Begriff der Wunderkammer ist etwas abgedroschen. Aber mich fasziniert und irritiert er gleichermaßen, es klingt ein wenig nach Reisen und Artefakten in Museen, nach persönlichen Vorlieben und Verborgenem hinter Schranktüren. So werde ich also meine eigenen Sammlungen nicht nur als Parkplätze nutzen, sondern sie bearbeiten und Neues daraus schaffen. Mal sehen. 

2019 kann loslegen.

I don't have problems to develop new ideas. But what about all my collected ideas in my daily sketchbooks. I started to look inside very old books and found wonderful ideas. Immediately I felt connected. They all are waiting. Sometimes I felt overwhelmed of my own ideas. For this year I decided to work from older inspirational sources I collected. I name it 
My personal Wunderkammer

my red thread of the year 2019

Dienstag, 11. Dezember 2018

# 11 Augenmerker

11

Noch mehr davon

Was mir im Laufe der Jahre beim Skizzieren wichtig wurde: den Ideen freien Lauf lassen, wenig Einschränkungen, wenn möglich außerhalb der Gewohnheitsbox zu arbeiten. Dabei nehme ich gerne Materialien, die überhaupt nichts mit Färben oder Stoffdruck zu tun haben. Ein visuelles Brainstorming, Mark Making, wie man das auf Neudeutsch so schön formuliert. Nach viel freiem Gekritzel kommt irgendwann der Punkt, an dem ich etwas gezielter arbeiten möchte. Das ist dann meist eine Wiederholung, vertiefendes Experimentieren, inhaltlich ausgerichtet an der Ausgangsidee. Es sieht dann ähnlich aus, aber vollzieht einfach noch mehr Ideen nach und manches wird auch sehr unterschiedlich. In dieser Phase des Skizzierens brauche ich noch keine textile Übersetzungsleistung.

After years of mark making in my sketchbooks I learned to be playful and experimental. no limits and a lot of "What if..." questions. When I made enough of that I stop the process and try to go deeper into the experiments. Often I repeat things then. I love working with materials that are not usually used for textiles. So I can hold my sketches fresh and playful. The texture that I get is often very interesting for further textile work. But in this stage I don't think of translation into textiles. That comes in a later stage.


Ab und zu arbeite ich direkt ins Skizzebuch, hier zwei Studien in Pastell - sometimes I am working directly in my sketchbook, here two experimental studies with pastel crayons


 
 

Montag, 10. Dezember 2018

# 10 Augenmerker

10

RückSicht 

Manche Ideen ergeben sich, wenn ich die Rückseite berücksichtige

Some of the ideas on the backsides of my work are brilliant for further work

Rückenansicht von "Alles Bestens" - Backside of my work "Alles Bestens"
  

Sonntag, 9. Dezember 2018

# 9 Augenmerker

9

Momente

mit allen Sinnen, nichts sonst weiter...
 being aware of moments with all my senses, nothing else... 

Mark making - Ausdrücken durch Eindrücke - expression of sensual impressions

Samstag, 8. Dezember 2018

# 8 Augenmerker

8

Nicht nichts

Manchmal habe ich Deadlines einzuhalten. Dann ist der Druck besonders groß, etwas Großartiges zu schaffen.
Und natürlich kommt gerade dann nichts zustande...

nur einige Wochen später stelle ich fest, es war doch nicht Nichts

Sometimes I need to hold deadlines. My inner pressure grows. The feeling to make extraordinary work. And, of course, no ideas are in my mind ...

but some weeks later, I see that my small Nothings were not nothing... 

Playing around

 

Freitag, 7. Dezember 2018

# 7 Augenmerker

7

Alle Jahre wieder...

 
Monoprint
  Im Atelier arbeite ich viele Ideen kurz aus, um sie festzuhalten. Über die Jahre sammelt sich da ganz schön was an. Beispielsweise Mono Prints: Eine schnelle Drucktechnik. Es bleibt oft nicht bei einer Idee, die erste führt zur nächsten. Und ich hatte haufenweise Drucke auf Papier und Stoff, sie ähnelten sich doch alle sehr, waren aber nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Die ersten klebte ich ein, dann schnitt ich später nur noch interessante Stellen aus, aber es blieb immer noch viel Rest übrig. So viel kann ich gar nicht bekleben, vernähen, verschenken...Dann ging also doch einiges in die Tonne.

Mit den Jahren wählte ich meine Prozesse sorgfältiger aus. Ideen, die ich aus Erfahrung schon einschätzen kann, werden nicht mehr umgesetzt. Ideen, bei denen ich noch ein Kribbeln verspüre und mich frage, was oder ob das etwas wird, die gehe ich an.

Manche Elemente tauchen dabei immer wieder auf. Eine Wiederholung von Symbolen, eine spezielle Linienführung, eine persönliche Technik, Formen, Oberflächen. Das ist wohl, was man dann künstlerische Handschrift nennt...

Manchmal lohnt es sich, die alten Skizzenbücher, Drucke, Stoffe hervorzuholen und zu entdecken, wie und ob sich die Handschrift oder meine Sichtweise verändert hat.

"Alle Jahre wieder..." . 

Das gerät dann zur Serie.

I am working so much ideas in my first mark making stages. Over the years such a collection grows and grows. A good example are my mono printing samples. A very quick technique.
After years of working I am now at a point to select better, what I am doing. I don't want to produce too much waste. 
But some of the ideas let me be nervous, I wonder, what if... and then I am at a starting point. 

Sometimes I have a look in older work. I can identify the personal signature and some changes.
Good stuff for series! 

Spitze ist ein Motiv, das ich immer wieder wähle. Für mich ist es aufgeladen mit Bedeutung, Blick zurück und nach vorn. Monoprint Detail. I am often working with lace as symbol for past ways of working and sentimentality. Meaningful and complex element of my work since years.  
 

 

Donnerstag, 23. März 2017

Neues - New

Wer sich lange auf dem blog nicht sehen lässt, ist vermutlich am Arbeiten...





Mittwoch, 1. Juli 2015

Skizzenbuch in der Pfalz - Sketchbook workshop


Ein Traum von Wochenende!

Skizzen kann man überall machen, das Leben bietet immer etwas.
Aber wenn man an einem wunderbaren Ort weilt, entsteht das Bedürfnis, festhalten zu wollen.

Gabi Tisch vom Atelier Tisch hatte mich eingeladen, die textilen Skizzen ihren Kurs-Teilnehmerinnen nahe zu bringen.

Details von Strukturen und Formen
Zeichnung und Skizzen schrecken viele textile Künstlerinnen ab, weil doch Klischees vorherrschen. Die Schwerpunkte der traditionellen figürlichen Kunst werden immer wieder auf die korrekte Linie, auf exakte Schatten und Lichtmodulation oder auch das "exakte" Wiedergeben von Gesehenem  reduziert und gelenkt. So zumindest sind viele Erinnerungen der Teilnehmerinnen an ihre ersten Versuche, Skizzen anzufertigen und zu zeichnen.

Klingt nach antikem Schulunterricht.

Wird Zeit, dachte ich, den Mythos "Zeichnen" aufzulösen und ihn für textile Wahrnehmung erfahrbar und auch umsetzbar zu machen.
Um Mißverständnissen vorzubeugen:
Ich selbst liebe Zeichnung und Linie,
nichts ist interessanter, als der Prozess der Skizze, die zu Werken führt!!!

Textilkunst jedoch ist ergänzend und anders: es ist als ob man eine neue Sprache lernen würde: Es geht um Haptik, Verbindungen, Oberflächen. 
Also,das, was wir mit den Augen sehen und dann in unseren Fingerspitzen fühlen. 
Diese Wahrnehmung braucht es, um textile Skizzen zu schaffen...
alle, die Textiles lieben, müssen sich darum nicht bemühen, 
so war auch in diesem Kurs schnell sichtbar, wie sich alle Teilnehmerinnen der textilen Skizze annahmen und sie in sehr interessante Ideen umwandelten:

 





Die Inspiration nutzen 
Ideen weiterspinnen


Das wunderbare Weingut der Herren Boudier&Koellner bot dankenswerterweise Inspiration für einen wunderbaren Vormittag. 





I spent a wonderful weekend teaching textile sketchbook techniques. Wonderful people and places! So inspiring! 
Thanks to all of the students working with your unique ideas and following your own pathway!