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Donnerstag, 26. März 2020

Unsichtbares2

Britta Ankenbauer, "Echo" - Unsichtbares - Invisible Echo (2019)

Der Moment

Es ist nun schon einige Jahre her, dass ich mein zweites Buch geschrieben habe. Die "Momentaufnahmen". Ein Universum für die textile Arbeit mit Skizzen. Ich hatte damals festgestellt, dass in der textilen Community der Begriff "Skizze" eher negativ bewertet wurde, Skizze wird immer noch sehr als Zeichnung verstanden, möglichst noch perfekt. Große Scheu!!!

So etwas reizte mich, und deshalb habe ich die Gründe erforscht. Es mag mit unserer Liebe zu Texturen zusammenhängen. Es ist ein Sinn, der bei textilen Künstlerinnen und Künstlern vielleicht besonders ausgeprägt ist. "Touch" - der Sinn, etwas haptisch sofort zu erfassen und auch wiedergeben zu wollen. Linie, Form, Fläche: alles nur "Beigeschmack", die Oberfläche gibt den letzten Schliff, sei es durch Skizze oder später beim Sticken und darüber arbeiten.

 Letztendlich habe ich dann auch dieses Buch veröffentlicht. Ich habe es Momentaufnahmen genannt, denn es geht bei der Skizze nicht um eine perfekte - womöglich noch fotorealistische - Zeichnung. Es geht um den Moment, und eben die Oberflächen, um Textur, und natürlich um alle anderen grafischen Elemente.

Textilmenschen sind haptisch veranlagt. 
So ist das Berühren und Streichen über Material und Oberflächen etwas, was uns sehr eigen ist. Das können wir mit Farben, Stiften und Pinsel festhalten. So etwas ist Skizze im textilen Sinne (noch viel mehr, aber darum geht es gerade nicht).
Im Moment ist aber das Berühren von Oberflächen nur zu Hause sicher. Im Supermarkt werden Handschuhe verteilt oder man bekommt eine Desinfekt-Dusche auf die Hände, ich fand das gestern sehr beruhigend, als ich einkaufen war. 

Schwer ist es, wenn ich Textil arbeite. Meine Arbeit geht über die Hand. Ich erfasse Oberflächen mit den Augen und ein zweiter Sinn ist sofort im Einsatz: ich weiß nur durch Blicke, wie es sich anfühlt, will aber dann doch berühren. Etwas Ähnliches haben vermutlich Köche, sie lesen etwas über Lebensmittel und schmecken im Geiste. 

Dass nun auf meinen geliebten Oberflächen etwas Unsichtbares haftet, wusste ich zwar theoretisch, war mir aber ehrlich gesagt, so nie richtig bewußt, natürlich ist es mir klar, aber bisher fühlte sich das nicht sehr gefährlich an und ich hatte auch nie Bedenken.

So kann ich nur dafür plädieren: malt Oberflächen, macht Skizzen von Texturen und Strukturen, aber berührt im Moment eher alles mit den Augen statt mit den Händen. Eine echte Übung, auch wenn ich das Wort Challenge nicht so mag, würde ich es hier benutzen! 

Ohne "Touch" fühlen, wie es sich anfühlt.
Eine gute Möglichkeit, Momentaufnahmen im Skizzenbuch zu Oberflächen und vielleicht dem Unsichtbaren zu machen.
 


 

Dienstag, 3. Dezember 2019

Nr. 3

Nr. 3

 Krumme Linien
Wenn ich im Urlaub bin, finde ich viele krumme Linien. Ab ins Skizzenbuch damit!
 









Montag, 21. Oktober 2019

Onlinekurse im Atelier StoffARt


Lange, schon immer mal wieder in den letzten Jahren habt ihr mich auf Onlinekurse angesprochen. Das häufte sich in den letzten Monaten so, dass ich mir nun mal Gedanken gemacht habe über diese Frage.


Es ist schon ewig und einige Jahre her, da habe ich schon einmal Onlinekurse angeboten. Damals war die Technik noch störrisch. Die Inputs waren gut, aber die Nettikette, also die Art und Weise, wie man im Internet kommuniziert war noch nicht so eingeübt wie heute. Und auch das Managen der Online-Inhalte war sehr zeitaufwändig. Wie auch immer: ich habe viel gelernt, viele Schwierigkeiten bewältigt und viel Spass gehabt. Danke an euch alle, die ihr diesen Weg mit mir gemeinsam schon so früh gegangen seid!!! Ich habe die Onlinekurse damals mit Interesse angeboten und mich aber später dann aus verschiedenen Gründen doch wieder für die analoge Variante bei mir im Atelier oder extern bei Veranstaltern entschieden.

Nun, also, die Zeit schreitet voran und ich natürlich mit.
Deshalb habe ich genau hingehört, Gespräche geführt und recherchiert. Ich musste eine eigene Position dazu finden.Ich habe mir Einiges im Netz angesehen und mitgemacht.
Ich mag keine Kursoberflächen, die nach Schema F aufgebaut sind. Die digitalisierten Kursprodukte basieren auf sehr  ähnlichen Designs, es ist als ob es ein Muster gibt, dem alle folgen. Sie sehen fast alle gleich aus und selbst wenn der Inhalt verschieden ist, es entsteht der Eindruck von vorgefertigter Massenware.Selbst die semantischen Felder, also die verwendeten Sprachelemente, sind fast überall ähnlich, so als hätten alle ein Handbuch, wie man jemanden im Netz anspricht.
In der Mode und dem Textildesign kommt uns das nicht unbekannt vor...
alles dem Gott des Marketing unterworfen...

Nun ist die Herzensangelegenheit vom Kunstschaffen sowieso immer individualisiert. Sonst wäre ich ja keine Künstlerin. Und ich bin auch in Bildung ausgebildet, also eine, die genau das fördern möchte: den eigenen Weg. Den eigenen kreativen Muskel bewegen und nicht nach Schema F (wie alle anderen) zu arbeiten, weil das für nicht jede und nicht immer passt. Schritt für Schritt AnLEITUNGen sind für erste Anfänge gut, danach aber erschweren bzw. verhindern sie den Einsatz des persönlichen Entscheidens.

So habe ich erstmal darauf verzichtet, mich dem Mahlstrom der allgemeinen Schematisierung anzuschliessen. Ok, vielleicht ein wenig selbstgestrickt. Dafür stimmt es aber mit dem, was ich sonst vertrete, besser überein. Ich suche nun gute digitale Lösungen ausserhalb der Schematisierung dafür.Und damit das nicht ewig dauert, bis ich technische und individuelle Lösungen für diese Fragen gefunden habe, lege ich trotzdem schon los! 
Um eure Frage nun endlich zu beantworten: Es wird Onlinekurse geben...

Das Atelier StoffARt geht online!

Dabei bleibt Eines wichtig: ich vertrete mit meiner Kunst ja verschiedene Basics: Eine Balance von Digital und Analog zu finden. Slow down und das kreative, eigen-sinnige Gestalten, das Arbeiten mit der "Hand" und den Kulturgütern Papier und Textil. Alle Sinne verbunden, Zeit und Hand im Einklang mit dem Material und das "Thinking by Hand" (die kreative Hand denkt).

Detail aus meiner Arbeit Ruhe (2019).  Derdigitale Ausgangspunkt wird von der Handlung erobert: Leinen, bemalt, maschinen- und handgestickt

Sticken ist ein gutes Beispiel. Klar kann ich mit dem Computer schnelle Stickereien an den  Näh- oder Stickmaschinen herstellen, oder ich nehme eine fertige Vorlage, um mit Hand nachzusticken. Meist ist das auch wieder Massenware, die Ästhetik stimmt aber es ist eben hundertfach und oft schnell produziert.

Genau da finde ich den Reiz der persönlichen Handschrift so viel schöner, besser, und auch individueller. Man sieht den Mensch hinter dem Design: keine Perfektion, nur ich mache diese krummen Stiche an der Maschine und mit meiner Hand, so, wie sie eben erscheinen. Perfekte Schönheit steht an zweiter Stelle.
Die fortgeschrittene digitale Wirklichkeit wirft eben die Frage nach der Balance zu den analogen Handlungen auf, das ist die Aufgabe, irgendwie das Gleichgewicht zu wahren. (Ich würde ja sonst nicht bloggen oder Instagram verwenden)...welche Balance brauche ich? Die Mischung machts, ... eine gute Basis für AtelierStoffARt - Onlinekurse, oder?

Noch ist alles nicht ausgereift, ich werde weiter nach Lösungen suchen, die zu meiner Haltung passen und bei denen ich gleichzeitig mir selbst und euch treu in den Grundsätzen bleiben werde.
Und damit ich nicht nur in Plänen verharre, starte ich meinen ersten Onlinekurs als Adventskalender!
Am 30.11. 2019 gehts los.

Mehr Infos gibt's auf der Kursseite hier im Blog und per email bei mir.

Sonntag, 9. Dezember 2018

# 9 Augenmerker

9

Momente

mit allen Sinnen, nichts sonst weiter...
 being aware of moments with all my senses, nothing else... 

Mark making - Ausdrücken durch Eindrücke - expression of sensual impressions

Mittwoch, 5. Dezember 2018

# 5 Augenmerker


5

THINK BIG


Ideenschmiede für ein Projekt: kleines Modell für vielleicht große Ideen - working samplers in 3D, size doesn't matter in the moment

Manche kennen diese Geschichte schon: ich habe immer viele Ideen, gefühlt "zu viele"... besonders in der Anfangsphase eines Projektes kann ich mich nicht davor retten. Da gehen die Gedanken in alle Richtungen, das hört sich ungefähr so an:

"und... oder.... oder.... oder.... oder.... und..." 

Hilfreich ist, die vielen Ideen kleiner zu halten, bis sie sich in die Form bringen, in die das Projekt steuert. Think big aber arbeite überschaubar. Eine praktische Art von Brainstorming, kleine Fitzelchen, Stöffchen, Abdrucke, Zeichnungen. ...es ist völlig egal wie diese ersten Skizzen aussehen. Man kann einfach machen, Laufen lassen...

Wie klein?
It's up to you!

What about a million of ideas in my mind at the beginning of new projects? I learned to work small in the first stages. THINK BIG is wonderful in imagination. To test and experiment the first visual output, it is necessary for me to work small. So scraps, cloth, prints, drawings get small but a lot at the beginning. It doesn't matter how they look. You can just work. A wonderful way of letting go.

How small?
It's up to you!


kleines 3D mit Acrylfarbe - small 3D samples produced with acrylic paints
 

 

Montag, 3. Dezember 2018

#3 Augenmerker

3

Slow work
Atmosphäre (n)

Stimmungen festhalten - keeping atmospheres with watercolour


Das Skizzenbuch ist immer im Urlaub dabei. Oder wenigstens Papier und Farbe. Seit es diese wasserbefüllbaren Pinsel gibt, ist es auch gar nicht mehr aufwändig im Freien zu arbeiten.
Normalerweise halte ich viel mit meiner Kamera fest. Aber ab und an mag ich die Verlangsamung.  

Capturing atmospheres through watercolour is a wonderful slow work. Normally I take my camera to hold some moments in holidays. But it is so much more intense to work plein air and to slow down by using paints and brush. I especially love the water filled brushes. Slow work, small tools.
  

Sonntag, 1. Juli 2018

"Stille" GEDOK Kunst vor Ort-Sommerprojekt auf dem Friedhof Plagwitz - "Silence" - Artist in Residence on the Cemetery

Friedhof Leipzig Plagwitz

Kunst vor Ort

Zum vierten Male jährt sich das GEDOK Sommerprojekt auf dem Friedhof Leipzig Plagwitz. Das Thema dieses Jahres: "STILLE"

Für mich ist dies ist der dritte Sommer, den ich zusammen mit anderen GEDOK Kolleginnen auf dem Friedhof für eine Woche zum Arbeiten verbringe.Dieses Jahr ist das Kunst vor Ort Projekt etwas freier gestaltet, jede Künstlerin ist mit einer eigenen Projektidee und persönlichem Material vor Ort. Wir arbeiten nicht an den 3 Meter Platten, sondern an persönlich ausgewählten Formaten.



Ich werde diese Tage nutzen, und skizzieren, drucken, Material verarbeiten. Wie weit ich mit den Einwirkzeiten meiner Farben komme, beziehungsweise welches Material dieses Mal zum Einsatz kommt, werden wir sehen. Gestern war erst der Beginn und ich habe mich - wie in jedem Jahr - erst einmal mit dem Ort wieder etwas vertraut gemacht. Die Stille ist dort besonders. Sicher, man hört die Stadt. Die SBahn nebenan, Kinderlachen, Autos, Handwerker, Baustellen.

Dennoch ist innerhalb der Friedhofsmauern im Park eine andere Stille zu spüren. Die Umgebung ist nicht still, aber leise. Man selbst kann still werden, sich auf eine Bank setzen oder herumgehen. Die Gräber erzählen. Der Wind in den Bäumen war gestern sehr präsent. Die Geräusche der Grabpflege sind ein ganz besonderer Rhythmus. Gedämpfte Gespräche. Das Gießen und Wässern in diesem trockenen Sommer. Vögel mit Flug- und Zwitschergeräuschen. 
Dennoch: Stille

Ausschnitt aus meiner ersten Friedhofsarbeit von 2016 "Palimpsest", Malerei, Siebdruck, Schichtung mit Papier und Seide, freie Maschinenstickerei. Ganz wie erwartet hat die Platte Farbe verloren und nähert sich nun von ganz alleine durch Wind und Wetter einem Palimpsest an, bei dem die unteren Schichten nun doch langsam hervortreten.

"An Ort und Stille" hieß meine Einzelausstellung, die ich vor einigen Jahren im Textilmuseum in Hohenstein-Ernstthal zeigte. Damals hatte ich Portraits von unbekannten Leipzigerinnen aus der Jahrhundertwende verarbeitet.  Nun nähere ich mich über den Ort erneut dem Thema an. Wie immer habe ich nur ein Teilkonzept. Wesentlich für meine Arbeit ist die Kombination von etwas, was wir bewußt schaffen, und Zufallselementen, die sich aus der Weise, wie das Material (die Farben, die Stoffe, die Maschine) reagiert und den Bedingungen vor Ort, ergeben. Zufällige Wege, die durch weniger Kontrolle entstehen. Dieses Jahr werde ich  mich mit den stillen Spuren der Erinnerung befassen.

Mal sehen, was daraus entsteht. 

Again, for the third time, I am participating at the GEDOK artist in residence program at the cemetery at Leipzig Plagwitz. "Silence" is the main subject for this year. Following my personal approach to work with paint, fibre and print I will see how the work emerges. Yesterday I started by "hearing" the silence (in me) and the environmental whispering. There is another "sound of silence" at this place. The cemetery tells human stories but also shows the strong marks of nature. I will see what happens after mark making, drawing and collecting sources to work from.

 

Donnerstag, 23. März 2017

Neues - New

Wer sich lange auf dem blog nicht sehen lässt, ist vermutlich am Arbeiten...





Montag, 5. Dezember 2016

Endlich ist es soweit - mein neues Buch erscheint - My new book


Nur noch 14 Tage, dann ist es soweit:
mein Buch

Momentaufnahmen - Impulse und Ideen rund ums textile Skizzenbuch


erscheint.
 Alles dreht sich ums Sammeln, Herumspielen, um textile Experimente und ums Ideen spinnen. In der Tradition meines ersten Buches setze ich viele Impulse zum Ausprobieren, ohne dass ich Schritt-für-Schritt-Anleitungen gebe. Ich bin überzeugt, dass jede/r genug Potential in sich birgt, um eigene Ideen auf den Weg zu bringen. Es ist also kein Technik Buch, wie mein erstes, sondern eher eine Ermutigung zu eigenen textilen Wegen.  In fünf Kapiteln habe ich zusammengetragen, wie man Ideen zur Umsetzung bringt und sich auf einen individuellen Weg durch Experimente und Skizzen begeben kann. Zudem enthält es jede Menge Fotos meiner persönlichen Skizzenarbeit und ist somit auch eine Art Katalog der Experimente und textilen Ideen aus meinem Atelier auf dem Weg zu meinen Werken.

Wer gerne ein wenig Anleitung hat, kann sich zusätzlich zum Buch noch das Skizzenbuch zum Sofort-Loslegen dazubestellen. Dies ist ein von mir vorbereitetes Skizzenbuch. Damit kann man sofort loslegen: einige Ideen und Impulse zum Anfangen und Ausprobieren sind darin untergebracht. Inklusive zweier Originaldrucke, von mir mitten ins Skizzenbuch gedruckt.

Vorbestellungen nehme ich ab sofort per email an.


Das Buch hat 104 Seiten und kostet 28 EUR zzgl.Versand/Verpackung.


My second book will be published (in German language) end of December. I am very happy about that. The book is about textile sketches and about finding a personal pathway in textile arts. About collecting materials and finding ideas as well as about experimental textile work. It is also a catalogue of my own sketchbook and preparing work done in my studio in the last years.
 

Dienstag, 6. Oktober 2015

Kurse 1. Halbjahr 2016 - New workshops 2016

Detail aus einer Projektarbeit von Chr. Schöbel - Masterclass freies Maschinensticken 2014
Die neuen Kurse sind online auf meiner website zu finden. Neu: im November wird es einen Einführungskurs experimentelle Textilgestaltung geben. Viel Spass beim Stöbern! 

The new workshops 2016 are online on my website.

Freitag, 14. August 2015

Zurück im Atelier - Back again in the studio

Die Kunstsommerschirme werden geschlossen. Das Leuchten bleibt.

Es hat mich nicht mehr gehalten, ich musste heute unbedingt einen Ateliertag einlegen, trotz Hitze und noch einigen bürokratischen Angelegenheiten.

Wenn man eine ganze Woche (mit großer Freude!) Teilnehmer-Werke begleitet, macht sich bei mir spätestens nach Abschluss Unruhe breit. Man sieht viel, nimmt auf, hinterfragt, erlebt die Prozesse mit und hat natürlich eigene Ideen im Kopf. Zurück in Leipzig gab es natürlich erst mal Einiges zu erledigen, Artikel beenden, Fotos verschicken, die Ausstellungsplanung von 2016 ist in vollem Gange. Und klar, es ist Sommer. Hitze im Atelier

Vormittag im Atelier - desk view 
Der Sommer ist für mich der eigentliche Jahreswechsel. Nach zweieinhalb Jahren sieht es nun so aus, als ob das Leben wieder Kontinuität bekommt. Heute im Atelier begann ich all die roten Fäden aufzulesen, die liegenbleiben mussten oder fast verloren gingen. Gar nicht so leicht sie zu finden. Alte Skizzenbücher und Notizen und Siebdrucke und Stickereien, wartende weiße Baumwollstoffe und viel Leinen vom Flohmarkt. Manche roten Garne kann ich ad acta legen, zu viel passiert, nicht mehr passend, zu oberflächlich. Manche Farbe zu laut, zu präsent. Dafür neue Themen und vorsichtige ungläubige Annäherung an die kontinuierlich freie Zeit vor mir.

Hot summer in the studio - after a two years long period of interruptions I will be able to work with more continuity and time. Wonderful and incredible. Feels strange. I started to pull out old projects - probably starting points for new ones. But some of the fabrics and colours are too bright and to loud now. I need to find the red threads but also to get into progress. 


Detail aus "Immer nie genug" - Sightlines Projekt - zurück aus den USA

Leipzigerinnen um die Jahrhundertwende - Detail der heutigen Arbeit


Dienstag, 11. August 2015

Meisterklasse Textilkunst: Kunstsommer in Irsee - Summer academy

Kunstsommer Irsee: Meisterklasse Textil

Zurück braucht lange

Ich bin zurück vom Kunstsommer in Irsee und irgendwie doch auch nicht. 

Es waren sehr dichte, intensive Tage. Zu berichten gäbe es Vieles. 
Viel auch das, was mir durch den Kopf geht.
Deshalb, in Häppchen, immer mal wieder ein paar Gedanken dazu.

Der Kunstsommer ist eine ganz besondere Veranstaltung. Die interdisziplinäre Woche lässt "Kunst leben" - wie das Motto der Schwabenakademie Irsee heißt. Nebst meiner ureigensten Disziplin gab es Poesie, Malerei, Zeichnung, Dramatik, Fotografie, Tanz, Musik... was will man noch mehr? 

Viele Sichtweisen
Was konkret bedeutete, dass in der Meisterklasse mehr passierte, als in den "normalen" Fortbildungen. Man kann über den Tellerrand gucken, die Komfortzonen verlassen (zumindest hat man die Gelegenheit dazu), und  - angeregt durch die Meisterinnen und Meister der Klassen auf hohem Niveau und mit Rückmeldung arbeiten.  
6 Tage lang arbeiteten meine 12 Teilnehmerinnen mit mir zusammen, die räumlichen und organisatorischen Bedingungen traumhaft, die Hitze erträglich im Keller der Druckwerkstatt.

Das Thema:
Fragmente
Faszination des Unvollständigen - Eine Ahnung vom Ganzen
liegt ja angesichts meiner eigenen Arbeiten nahe. 
Am ersten Tag: Annäherung ans Thema. 
Interessant, was die Teilnehmerinnen unter Fragmenten verstanden und an Objekten, Fundstücken und Erinnerungen mitbrachten. Um manche Objekte herum gab es schon Erinnerungen oder wunderbare Geschichten, wie zB. das vom Auto überfahrene Handy und damit verbunden das Nachdenken über unsere Art der Kommunikation. Oder die aufgelesenen zerfledderten Baustellenreste mit ihrer übersehenen eigenen Ästhetik. Andere Objekte verrieten nichts über ihre Herkunft und liessen dem bildhaften erzählerischen Talent freien Lauf, wohin schwimmt ein Schwemmholz, oder was macht eine Spiegelscherbe mit Farbe?. Wieder andere hatten politische oder historische Bezüge wie zB. aufgelesene Papiere aus Tibet oder Urkunden vom Flohmarkt, die nur Bruchstücke von Biografien enthüllten.
Während der ersten beiden Tage entwickelten wir Assoziationen, zeichnerisch, textil, oberflächenspezifisch. Es zieht sich für mich in vielen Fortbildungen durch wie ein roter Faden: nicht allen Textilfrauen liegt die langsame Annäherung - manch eine Teilnehmerin würde gerne gleich loslegen und assoziativ-spontan sofort die erste Idee in Textil umsetzen. Ich halte intuitives Arbeiten schon für wichtig, aber wenn es das alleinige Zugangsmerkmal ist, wird es oft ohne Fokus oder Verdichtung klischeehaft umgesetzt. Deshalb halte ich viel von textilem Brainstorming, um den interessantesten Ideen erstmal eine Chance zum Kommen zu geben. Verwerfen können wir immer...So spiele ich zu Beginn gerne das enfant terrible und provoziere zu mehr Ideen. "Ich bremse", frage ab und zu nach mehr als einer konträren Position und ermutige zum Herumspielen und Experimentieren in kleinem Format. Es ist das tiefere "Durchdringen" der Thematik. Betrachten von allen Seiten ergibt viele Perspektiven. Wir haben immer die Chance zur Serie. Die Gefahr, alles in eins zu packen verringert sich.
Natürlich fragt man sich im Laufe der Jahre, woher dies gerade in der Textilkunst kommt. Wir haben viel darüber gesprochen und ich komme immer mehr zu der Erkenntnis, dass die klassischen Textil-Fortbildungen vor allem die handwerklichen Techniken (Wie bekomme ich Fotos auf den Stoff?) und deren Weiterentwicklung in den Vordergrund stellen, nicht aber die künstlerischen Prozesse reflektieren. Im Meisterkurs waren die technischen Kenntnisse exzellent, also kein Problem, Ideen sofort technisch umzusetzen.
Es war mir zu Beginn der Woche nicht klar, wie sehr die Themenwahl und das textile Arbeiten ein zweites latent vorhandenes Thema mit sich brachte: das Thema ZEIT - Geschwindigkeit - Beschleunigung - Verlangsamung usw. 
Für manche Teilnehmerin war es fast nicht auszuhalten, im Fragmentarischen (zunächst) zu verharren und eben diese Fragmente verlangsamt auf ihr Potential zu prüfen und damit zu spielen.
Teile "sollen" fertig werden. Sonst macht sich Unruhe breit.

Eine Meisterklasse ist eine unglaublich kostbare Angelegenheit, es war genügend Zeit neben der künstlerischen Praxis auch theoretisch (fast schon phänomenologisch) über das Textile zu philosophieren (zB. das Phänomen, daß unsere Werke so häufig einen "Anfass-Impuls" beinhalten) - das ist eher selten.Und ohne es zu planen, brachte der zweite Tag dies mit sich.
Doch dazu irgendwann mehr.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Keine Zeit? NO TIME?


Keine Zeit

gibts nicht

irgendwo ist eine Minute

Mittwoch, 8. Oktober 2014

5 Tage Textilwerkstatt in Springe - 5 Days Workshop



 Anfang Oktober fand in Springe die Textilwerkstatt statt. 
5 Tage Workshop

Ich unterrichtete 

"Schritt für Schritt zum Artquilt"

- wohl wissend, dass der kreativ künstlerische Vorgang keinesfalls in eine übersichtliche Abfolge gebracht werden kann. 

Sicher, es gibt einen Anfang

Inspiration


und mit den Fotos vom Workshop möchte ich inspirieren
 und mich auf diesem Wege noch einmal bei allen Teilnehmerinnen bedanken, die sich alle auf diese künstlerischen Prozesse eingelassen haben und ihre 
Entwürfe und Ideen in wunderbare Quilts 
verwandelt haben!

I am just back from teaching a 5 days workshop at Springe.
The subject of step by step to art quilts isn't really a clear thing. 
Creative processes are more complex.

Of course the starting point of an artwork is 

inspiration

and with the inspiring student work
you can follow a little bit this wonderful week.
Thanks to all of the students who made this week so 
inspiring and exciting!



















Am Ende der Workshoptage gab es für alle Gruppen eine Präsentation des Geschaffenen.
Unten ein kleiner Einblick in unseren Raum
mit den (fast) fertigen 
Arbeiten.
At the end of all workshops we installed a presentation for all students. 
Just a little peak into our room 
with (mostly) 
ready 
artwork






Mittwoch, 18. Dezember 2013

18. Dezember - Die Seele baumeln lassen, oder? Warming up and Cooling down


Das ist die Frage: Arbeitsvermeidungsstrategien mittels Gestaltung?

Dem Prozess folgen


Ruhe reinbringen
oder
umkreisen
des Eigentlichen
oder 
sinnfreies, sinnvolles 
Warming up
oder 
nötiges
Cooling down?

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