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Freitag, 3. Januar 2020

2020

Der Thron (2018)


Neujahrsvorsätze

Nach diesen vielen Feiertagen mitten in der Woche muss ich nachdenken. 

Das mit den Neujahrsvorsätzen ist ja so eine Sache. 
Erst mache ich welche, dann stelle ich ein paar Monate (oder Wochen) danach fest, dass ich doch wieder vom Sog der Alltagsarbeit erfasst worden bin und die Vorsätze dahinschwimmen. Sie driften einfach weg. Manche werden ziemlich schnell von Stromschnellen erfasst und andere plätzschern noch ein wenig vor sich hin, bis auch sie außer Sicht sind...

So habe ich in den letzten Jahren beschlossen, keine mehr zu machen. Aber das ist ja völlig gegen den Trend. Bulletjournale an jeder Ecke, Zielformulierungen und Effektivitätsstrategien... die Selbstoptimierung ist auch in der Kunst in vollem Gange.

Wenn ich ehrlich bin, kann ich es ja auch gar nicht so ganz lassen, das mit dem Rückblick und dem Vorausblicken. Es ist einfach eine gute Sache, mal anzuhalten und zurück zu blicken, dann den Blick nach vorne zu wenden.

Nun bin ich ja eine Künstlerin, die mit dem Zufall arbeitet. Ganz bewusst gebe ich meinem Schaffen einen FreiRaum, es darf etwas passieren, ganz wie im echten Leben ist nicht alles kontrollierbar, schon gar nicht von mir.

So habe ich zufällig heute ein wenig Zeit zum Sinnieren.

 


Freitag, 11. November 2016

Mein neues Buch - my new book

Fragmente und Fragilität (Skizze, Papier, gestickt)

Bald ist es soweit: mein zweites Buch erscheint:

"Momentaufnahmen"
 so der Titel.

Es wird rund um textile Skizzen gehen, mit einer Menge Fotos aus 10 Jahren Skizzenbüchern und Ideen für das eigene Arbeiten.

Skizzenbuchseite: Farbstudie zu "Religio" (2016)

Das Buch "Momentaufnahmen" handelt von dem Weg der Idee über die Skizzen zum textilen Werk. Ganz nebenbei bekommt man auch einen kleinen Einblick in die Welt meiner eigenen Skizzen und viele Beispiele ermutigen zum "verrückten" Querdenken.
Es gibt zwar jede Menge Werke zum Thema Skizzenbuch, aber für das textile Arbeiten nutzen die rein zeichnerisch (oder auch mixedmedia) angelegten Fachbücher oft reichlich wenig, besonders dann, wenn es um Oberflächen, Haptik und Material geht. Es ist kein Schritt für Schritt- Anleitungs- Buch und es stellt eher Fragen und kommentiert Ideen, als dass es Lösungen anbietet. So kann man selbst ausprobieren und loslegen.
Es hat eine Weile gedauert, bis dieses zweite Buch nun seinen Weg fand, aber umsomehr freue ich mich, daß die Veröffentlichung in Sicht ist.

Studie zum Thema Grenzen und Zäune - Shiboritechnik (2014)


Es wendet sich an all diejenigen, denen die Nachmacherkultur nicht so naheliegt und die gerne eigene Ideen umsetzen würden. Da wir in Deutschland (im Vergleich zu anderen Ländern) keine sehr ausgeprägte Weiterbildungskultur in Sachen Textilkunst haben, ist das Atelier Stoffart in den letzten Jahren zu einem Zentrum in dieser Hinsicht geworden. Seit 10 Jahren biete ich dort nun textilkünstlerische Fortbildungen an, man kann hochrechnen, wie viele textile Kunstwerke im Haus 18 entstanden sind und anschliessend in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Die Skizzenarbeit dahinter wird oft nicht gezeigt. Ich persönlich finde es immer spannend, wenn man in Monographien oder Ausstellungen einen kleinen Einblick in die Skizzenwelt der Künstler bekommt.

Sobald das Buch aus der Druckerei kommt, werde ich hier auf dem Blog veröffentlichen, ...


My second book "Momentaufnahmen" will be published soon. It is about 10 years of working with sketches, textile ideas and the way to find a personal pathways. A lot of photos of my own sketchbooks and (so I hope) good ideas for all who want to make unique and personal textile arts.

 

Sonntag, 19. Oktober 2014

Blick nach vorne - Looking forward


Nach einem Kursmarathon 

Heute ist ein strahlender Herbsttag und nach so einem Kursmarathon braucht es eine Weile, bis die eigene künstlerische Arbeit wieder Raum findet. Da komme ich gerade aus dem Kurs "Mark making" und nun werde ich auch erstmal mit Kritzeleien beginnen.

Im Frühjahr unterrichtete ich einen Tageskurs: A wie Anfangen. Gemeint waren künstlerische Prozesse des Anfangens. Die Aufmerksamkeit auf Ideen und Inspiration zu richten, herumzuspielen und offen zu sein für die Vielfalt der Fragen.

Es gibt nicht die klaren Anfänge. Irgendetwas schwebt immer und begegnet mir dann als Bild, als Skizze, die ich rigendwann mal angefertigt hatte, oder einfach nur als Frage. Es ist nicht der eine rote Faden, den man aufnimmt, wenn man selbst nicht zum arbeiten kam. Zumindest bei mir sind es viele (weiße? bunte? transparente?) Fäden, die herumfliegen und die man vielleicht irgendwie zu fassen bekommt...

und keine Sorge: 
I still love teaching;)




After a long period of teaching

do you know the troubles coming back after a long period of teaching? Your own artwork seems to be everywhere but not in your studio or at your working desk and of course not clear like the red thread everyone talks about.

so I will start again with all the mark making processes I teached in the last week
probably finding my own voice back for new artwork 

Looking forward

be sure: I still love teaching ;)

Montag, 30. September 2013

Experimentelles Patchwork am Wochenende: Kreativität und Freiheit - Creativity and freedom




Experimentelles Patchwork Weekend

 Es war gar nicht so einfach, sich von klassischen Vorgaben wegzubewegen. 
Experimentelles Arbeiten braucht neben Ideen zum Material ja auch eine große Portion Kreativität und die innere Freiheit, sich über die Vorgaben hinwegzusetzen.
Dinge auf den Kopf zu stellen, klingt zunächst erst nicht schwer. 

... not very easy to go further, if you start at the classical thoughts of patchwork techniques. The experimental work needs a lot of creativtiy and an inner freedom to do that. Turn around things, it seems and sounds not so difficult like it is.




Die Fotos zeigen die Ausgangspunkte der Experimente von Dörte L., Christiane s.  Martina U., Petra G., Adelheid L., Doris L.  und Sabine S....


Patchwork als textile Technik hat ein gewisses Ordnungsprinzip. Es enthält eine in sich geschlossene Logik, Einzelteile werden zu einem größeren Ganzen zusammengefügt.
Wo anfangen? Beim Entwurf, der Spontaneität oder der Umkehrung von Prozessen und Abläufen???

Rein optisch hat sich nicht viel geändert. Man erkennt die Einzelteile, sie sind nach wie vor zusammengesetzt und auch die künstlerischen und gestalterischen Herausforderungen wurden durch Farbkombinationen, das bwußte Einfügen von Flächen- und Linien gemeistert.

 Patchwork has a certain inner order. Logical steps to connect scraps and smaller pieces to a bigger work. Where would you define the starting point for experimental ways? Sketches, spontaneity or reversal processes?



 Sich die Freiheit zu nehmen, Prinzipien auf den Kopf zu stellen und sich die "Was wäre, wenn..." Fragen zu stellen: da begannen die Prozesse und die Köpfe rauchten, die Nähmaschinen machten Ungewohntes und die Materialien wurden strapaziert.

Leider ist die Zeit immer zu kurz, um die Freiheit dann auch voll auszuschöpfen. Eigentlich hätten wir alle am Ende des Wochenendes noch eines dran hängen können, um noch weiter zu gehen...

Inner Processes started by activating the inner freedom to turn around principles and to ask "What if..."questions. You cannot imagine the creative silence in my studio in these moments. And the unusual sounds that the sewing machines made. Material pleasures as well...

A workshop weekend can give a taste of this freedom and activates creativity. We all together would have needed a second one or all the week to continue and digging deeper in all these questions. 







Es bleibt am Schluß die Frage, ob es eher hinderlich oder fördernd ist, sich an den klassischen Vorgaben zu orientieren. Die Wege, die man mittels Kreativität und Freiheit dann hinter sich bringt, sind auf jeden Fall länger, als wenn man "einfach loslegt" und mit Ideen im Kopf textilkünstlerisch arbeitet.
Zwischen den handwerklichen Kniffen steckt die Frage, ob es für die Kunst und die persönliche Entwicklung hilfreich ist, wenn man das Handwerk kann oder ob es eher doch wieder nur zu dem führt, was die Klassik vorgibt. 
Irgandwo dazwischen liegt wohl die Antwort - für jede anders .... 

 At least I had the question, if it is obstructive or constructive to orientate at classical inputs and requirements of patchwork. My impression: the ways are longer to get into new worlds and ideas. Textile arts can be so free, creative and imaginative. The technical knowledge: does it help to the development of new ideas or does it bring us back to that what people have experienced as helpful, easy and manageable and practicable as craft? What do we need for making artwork?

Everyone can think about that questions for him- herself...no need to respond that for other people than yourself,...